SMS-Mehrwertdienste als Konsumentenfalle
Verbraucherschutz laut AK-Test mangelhaft

Preiskennzeichnung bei jedem zweiten Angebot falsch Besonders bei tückischen Abofallen Vorsicht geboten

Klingeltöne, Newsflash, Farblogos - zehn SMS-Dienste fürs Handy standen am Prüfstand der AK. Der AK Test zeigt: Bei SMS-Diensten werden oft Konsumentenschutzregeln missachtet. So war bei jedem zweiten Angebot der verrechnete Preis teurer als der beworbene. Herumschlagen müssen sich Konsumenten aber auch mit Abofallen, abgebrochenen Bestellungen, die ohne das nötige Bestätigungs-SMS des Nutzers verrechnet werden oder Empfangsproblemen.

Die AK Konsumentenschützer fordern bessere Kontrollen der Preisauszeichnung bei SMS-Diensten und verpflichtende Angaben der Dateigröße in Kilobyte (KB) vor dem Download.

Die Testkandidaten
Zehn SMS-Mehrwertdienste wurden im Auftrag der AK Konsumentenschützer vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation getestet. Zwischen 0,50 und satten zehn Euro kosten Bestellungen von Klingeltönen, Farblogos oder Newsflash bei Blinko, Bravo Mobile, Dr. Logo, Jamba, klingelton.com, MMS Newsflash Ö3/A1, mobilelive, SMS.at, tele.ring und Vodafone Live/A1.

Falsche Preiskennzeichnung
Der AK Test zeigt: Bei der Hälfte der Angebote konnte von Kostentransparenz keine Rede sein. Beworbene Preise stimmten mit den verrechneten nicht überein, oder dem Nutzer wurden mehrere Bestätigungs-SMS abverlangt und munter verrechnet: So warb z.B. ein Anbieter (Dr. Logo) für ein animiertes Farblogo mit "Gesamtpreis: 1,90 Euro" und verrechnete das Fünffache, nämlich zehn Euro! Während des Bestellvorgangs erfuhr der Nutzer: "Die Nutzung dieses Dienstes kostet fünf Euro für deinen Handyfun. Antworten Sie auf diese SMS, um fortzufahren." Auf die Antwort "Ja" kam erneut ein SMS mit der Aufforderung "Antworte jetzt mit Logo und Handytyp, um die Bestellung abzuschließen". Beide Antworten kosteten zweimal fünf Euro. Anders zwei Anbieter (klingelton.com und mobilelive), die mit zwei Euro pro SMS warben, aber das Doppelte verrechneten - der AK Tester musste die Bestellung in zwei kostenpflichtigen Schritten bestätigen.

Dürftiger Content
Auch der Inhalt vieler Anbots-SMS war dürftig: Nur jedes dritte untersuchte Angebot enthielt einen Hinweis auf den Anbieter. Gerade ein Anbieter beschrieb den Inhalt des Dienstes näher. Bei rund einem Viertel der Testbestellungen verlangten die Anbieter - obwohl verpflichtend - kein Bestätigungs-SMS. In ebenso vielen Fällen konnte die Bestellung vor Absenden der Bestätigungs-SMS nicht mehr kostenfrei abgebrochen werden.

Kein Signal, dafür Abofallen
Die Tester kämpften auch mit Empfangsproblemen: Einmal wurde mitgeteilt, dass das Handy für den bestellten Inhalt ungeeignet sei (Bravo.mobile). Obwohl: Es wurden alle Anforderungen - laut Internetangaben - eingehalten. Der Preis wurde trotzdem abgebucht, die Reklamation der AK Tester wurde ignoriert. Die AK Konsumentenschützer raten weiters, auf Abofallen zu achten. "Kein Abo" hob ein Anbieter (Blinko) in seiner Printanzeige hervor. Aber im SMS des Anbieters wurde Gegenteiliges angekündigt - zweimal pro Woche - und prompt auch ausgeführt. (red)