Fahrtest von

Der Kleine mit
gutem Strom-Appetit

Fahrtest - Der Kleine mit
gutem Strom-Appetit © Bild: Daimler AG

Der Smart EQ fortwo spielt in der City alle Vorzüge eines Kleinstwagens und so manche Eigenheit eines Elektroautos aus.

Der Smart EQ fortwo (früher Electric Drive) ist noch immer für Überraschungen gut. Vor allem bei anderen Verkehrsteilnehmern, idealerweise in weit größeren und stärkeren Autos und am allerschönsten beim Ampelstart. Denn auch wenn der Smart EQ keineswegs mit der Attitüde eines Sportflitzers auftritt - wie denn auch mit seiner pummeligen Figur und 82 PS?-, geht er dank der sofortigen Bereitstellung des Drehmoments gerne als Sieger innerstädtischen Kräftemessens hervor.

© Daimler AG

Die Stadt ist ja auch das Einsatzgebiet schlechthin für den Elektro-Smart. Also haben wir für unseren Test die Grenzen Wiens nicht überschritten und, abgesehen von so manch offenem Mund im Auto nebenan an der Kreuzung, so einiges erlebt. Man ist ja selbst nach dem x-ten Starten noch immer ein wenig baff, wenn nach dem Zündschlüsseldrehen außer Klicken nichts zu hören ist. Das Aufleuchten von "ready" in der Anzeigentafel mahnt zum Gangeinlegen (es gibt wie bei allen Elektroautos nur zwei, nämlich einen für vorwärts und einen für rückwärts), aufs Strompedal getreten, und los geht's. Ziemlich flott, wie eingangs erwähnt, trotzdem fiel der Blick mehr auf die Reichweitenanzeige denn auf den Geschwindigkeitsmesser.

Das sperrige Ladekabel im Minikofferraum hat in unserem Fall beides: einen Typ-2-Stecker zum Schnellladen (an der Wallbox in rund dreieinhalb Stunden) und einen Schukostecker für die Haushaltssteckdose. Da dauert es rund doppelt so lange. Wir sind mit voller Batterie losgefahren, das Display hat uns 130 Kilometer Reichweite angezeigt. Lustigerweise leuchtet jedes Mal exakt die selbe Zahl auf, dafür haben wir die Kilometer unterschiedlich schnell "gefressen". Was wirklich für den Schwund an Reichweite verantwortlich war, war nicht immer logisch nachzuvollziehen, einmal von der Klimatisierungals Stromschlucker abgesehen. Nach Vollgaseinlagen schmolzen die verbleibenden Kilometer nicht abrupt, dafür standen nach einem Einkaufsstopp plötzlich weniger am Display.

© Axel Meister

Verblüffend war auch, dass man selbst dann, wenn man mit einem Federfusserl am Strompedal unterwegs war und zudem häufig bremste, so gut wie keine Energie zurückgewinnen konnte.

Sonst aber machte der Smart EQ wirklich viel Spass bei den innerstädtischen Ausfahrten. Er war, wie eingangs erwähnt, mehr als ausreichend motorisiert und hat auch bei den Manieren seine angeblich nur mehr bis 2020 produzierten Benzin-und Dieselgeschwister überholt. Der kleine Elektriker liegt satter auf der Straße und reagiert auch auf Straßenunebenheiten deutlich komfortabler. Das Schönste aber ist der herrlich kleine Wendekreis von 7,3 Metern, der einem das Gefühl vermittelt, mit dem Smart auch auf einer Ein-Euro-Münze wenden zu können.

Smart EQ fortwo

Preis: € 26.723,-
Motor: Drehstrom-Synchronmotor
Leistung: 82 PS (60 kW)
Spitze: 130 km/h
0-100: 11,5 Sek.
Reichweite: 118 km
Verbrauch: 16,9 kWh/100 km
Fazit: Auch wenn es innen ein bisschen zwickt und der Kofferraum gerade für vier Kisten Bier reicht: In der Stadt gibt es keinen probateren elektrischen Zweisitzer