Slowenien führt Wochenvignette ein: Ab 1. Juli 2009 kostet eine Durchreise 15 Euro

Dafür wird Jahresvignette um gleich 40 Euro teurer Die Halbjahresvignette wird komplett abgeschafft

Slowenien führt Wochenvignette ein: Ab 1. Juli 2009 kostet eine Durchreise 15 Euro © Bild: Asfinag

Auf Druck der EU-Kommission stellt Slowenien seine als diskriminierend kritisierte Autobahnmaut um. Wie Verkehrsminister Patrick Vlacic mitteilte, wird eine Wochenvignette zum Preis von 15 Euro eingeführt. Im Gegenzug wird der Preis für die Jahresvignette von 55 auf 95 Euro erhöht und die Halbjahresvignette (35 Euro) abgeschafft, meldete die slowenische Nachrichtenagentur STA. Laut Vlacic wird die Einführung der Wochenvignette ab 1. Juli zu Einnahmeausfällen in Höhe von 11 Mio. Euro führen.

Vlacic sagte, dass Slowenien mit der Einführung der Wochenvignette die Forderungen der EU-Kommission erfülle. Die Brüsseler Behörde werde somit die wegen des Mautstreits eingefrorenen Fördermittel für den Autobahnbau in Slowenien wieder lockermachen.

EU-Kommission prüft
Die EU-Kommission hatte im vergangenen Herbst ein Vertragsprüfungsverfahren gegen Slowenien eingeleitet und Fördermittel auf Eis gelegt. Verkehrskommissar Tajani hatte ursprünglich die Einführung einer Wochenvignette zum Preis von fünf Euro gefordert, was Ljubljana aber ablehnte. Weil nun auch die Jahresvignette teurer wird, dürfte sich Tajani mit dem Preis von 15 Euro für die Sieben-Tages-Vignette angefreundet haben.

Transitreisende unzufrieden
Ob ausländische Transitreisende mit dem neuen System wirklich zufrieden sein werden, ist fraglich. Wer etwa durch Slowenien an die kroatische Küste fährt und länger als eine Woche dort verbringt, muss nämlich zwei slowenische Vignetten für insgesamt 30 Euro kaufen. Bisher wurden mindestens 35 Euro fällig, doch konnte man dafür ein halbes Jahr lang die slowenischen Autobahnen benutzen.

Mautsystem diskriminierend
Die damalige slowenische Mitte-Rechts-Regierung hatte die kilometerabhängige Maut im Vorjahr auf ein Vignettensystem umgestellt. Als Oppositionspolitiker hatte Vlacic diesen Schritt als unseriöses Wahlzuckerl vor den Parlamentswahlen kritisiert, das die Finanzen der staatlichen Autobahngesellschaft DARS in Schieflage bringt. Nach der Parlamentswahl im Herbst 2008 räumte der neue Verkehrsminister freimütig ein, dass das slowenische Mautsystem gegenüber EU-Ausländern diskriminierend sei. Weil ausländische Transitreisende gezwungen werden, zumindest die Halbjahresvignette zu kaufen, würden sie ungleich stärker belastet als einheimische Vielfahrer.
(apa/red)