Slowenen-Vertreter Sturm: "Symbolik zweisprachiger Ortstafeln überbewertet"

Minderheitenpolitik ein "ausgelutschtes Zuckerl" Vor allem LH Jörg Haider hat Problem verpolitisiert

Der Obmann des Zentralrats der Kärntner Slowenen, Marjan Sturm, hält die Symbolik zweisprachiger Ortstafeln in Kärnten für überbewertet. "Sie haben eine gewisse Symbolik, aber die Symbolik wird von allen Seiten überbewertet. Von den Gegnern wie auch von den Befürwortern", so Sturm.

Das Problem sei, dass die Frage verpolitisiert wurde, so Sturm in einem Interview mit der "Presse". Vor allem von Landeshauptmann Jörg Haider (B) "mit seinen Ausfällen gegen den Verfassungsgerichtshof". Auf die Frage nach der Zufriedenheit mit dem erzielten Ortstafel-Kompromiss, sagte Sturm: "Der Charme der Lösung besteht darin, dass es einen breiten Konsens gibt und weitere Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Wir haben uns sehr weit hinausgelehnt, und ich hoffe, dass das zur Beruhigung im Lande beitragen wird."

Gegenüber der slowenischen Volksgruppe müsse er schon große Überzeugungsarbeit leisten, so Sturm. "Weil mit der Politik, die ich mache, bin ich gewissermaßen ein Tabubrecher. Zum Beispiel, dass ich das Gespräch mit dem Kärntner Heimatdienst angefangen habe. Dass wir miteinander reden, war vor zehn Jahren noch undenkbar." Prinzipiell glaubt der Slowenen-Vertreter, dass die "Minderheitenpolitik" ein zunehmend "ausgelutsches Zuckerl" sei. "Das war der Versuch des Landeshauptmanns, noch einmal mit dieser Karte Politik zu machen." (apa/red)