Slowakei von

Referendum: Verbot
der Homo-Ehe gescheitert

Nur 21 Prozent stimmten ab: Initiatoren sprechen dennoch von "großem Erfolg"

Zwei Männer heiraten. © Bild: Thinkstock

In der Slowakei ist das Scheitern des Referendums zur Einschränkung der Rechte Homosexueller offiziell. Die in der Nacht bekannt gewordenen Endergebnisse wurden am Sonntagvormittag von der zentralen Wahlkommission in Bratislava amtlich bestätigt.

An der kontroversen Volksbefragung hatten demnach lediglich 21,41 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen, für ein gültiges Referendum war eine Beteiligung von mindestens 50 Prozent notwendig. Von den rund 940.000 Beteiligten hatte allerdings ein absoluter Großteil von über 90 Prozent alle drei gestellten Fragen mit Ja beantwortet.

Menschenrechtler warnen vor Diskriminierung

In der Volksbefragung, initiiert von der kirchennahen Allianz für Familie (AZR), hatten die Slowaken über ein Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen und Kinderadoptionen durch homosexuelle Paare zu entscheiden und konnten zugleich verpflichtende Sexualkunde an Schulen ablehnen. Eine eventuelle Erweiterung der Rechte Homosexueller ließ der Wortlaut der gestellten Fragen nicht zu, Menschenrechtler warnten daher vor einer Vertiefung der Diskriminierung sexueller Minderheiten.

Konservative sprechen von Erfolg

Die konservative AZR hatte in einer ersten Reaktion trotz des Scheiterns das Plebiszit als großen Sieg bezeichnet. Knapp eine Million Menschen hätte ein "klares Ja zu Familie und Ehe" gegeben, was der Gruppierung ein "Mandat dafür gebe ihre Bemühungen fortzusetzen" und die "Politik aufzufordern der Familie besseren Schutz zu gewähren", erklärte Anton Chromik von der AZR.

Die katholischen Bischöfe der Slowakei, die in den vergangenen Wochen die Wähler massiv für die Teilnahme mobilisiert hatten, zeigten sich zurückhaltender. Das Scheitern des Plebiszits sei durchaus "ein Grund für Analysen und Nachdenklichkeit," lautete es am Sonntag in einer Stellungnahme auf der Webseite der Bischofskonferenz KBS. Man hoffe, die Familie werde dennoch "weiterhin ein wichtiges Thema des öffentlichen Lebens und der ganzen Gesellschaft bleiben," so die Bischofskonferenz.

Referendum: Gegner feiern Sieg

Referendums-Gegner, Menschenrechtler und Homosexuellenvereinigungen feierten das Scheitern des Referendums als überwältigenden Erfolg. Die Slowakei habe der Welt, aber vor allem sich selbst bestätigt, dass sie eine moderne, offene demokratische Gesellschaft ist, eine befürchtete Wende von "säkularer Demokratie" zu "konservativer Theokratie" habe nicht stattgefunden, unterstrich auch die bekannte Soziologin Sylvia Porubänova. Beobachter erwarten jetzt einen Bumerang-Effekt des Referendums, Homo-Aktivisten könnten ihrer Meinung nach schon in nächster Zeit mit einer Initiative zur Einführung registrierter Partnerschaften kommen.

Kommentare

unglaublich. wie blöd sind diese neanderthaler eigentlich?

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