Slowakei rutscht mit Euro in das neue Jahr:
Mehrheit freut sich auf die neue Währung

Kleinunternehmen mit der Umstellung überfordert Finanzkrise relativiert hohe Inflationsbefürchtungen

Slowakei rutscht mit Euro in das neue Jahr:
Mehrheit freut sich auf die neue Währung © Bild: AP/Koller

Verbunden mit großen Hoffnungen auf Wachstum und mehr Wohlstand haben die Slowaken die Einführung des Euro gefeiert. "Es ist wunderbar, ich fühle mich jetzt noch mehr als Europäer", sagte ein Einwohner der Hauptstadt Bratislava, wo die Gemeinschaftswährung mit einem Feuerwerk und Euro-Zeichen auf Großleinwänden begrüßt wurde.

Doch der Schritt ließ auch Wehmut über die Abschaffung der slowakischen Krone aufkommen. "Wir verlieren einen Teil von uns, einen Teil unserer Identität", sagte Ministerpräsident Fico, kurz bevor er 100 Euro bei einem Bankautomaten am Parlamentsgebäude abhob. "Aber in einer Welt der Wirtschaftskrise stärkt der Euro das Selbstvertrauen des slowakischen Volkes."

16. Mitglied der Euro-Zone
Die Slowakei tritt als 16. Mitglied der Euro-Zone bei und überholt damit größere osteuropäische Länder wie Polen, Ungarn und die Tschechische Republik. Und das Vorzeigeland mit einem Wirtschaftswachstum von zehn Prozent im vergangenen Jahr dürfte angesichts der Finanzkrise für einige Zeit auch der letzte Euro-Neuling der Region sein.

Umfragen zufolge fürchten viele Slowaken zwar noch immer einen Preisanstieg durch die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung. Ihre Zustimmung zu dem Schritt in die Euro-Zone hat aber mit der Finanzkrise zugenommen, die den Nachbarstaaten schwer zugesetzt hat.

Das Nachbarland Österreichs ist nach Slowenien, Malta und Zypern das vierte der zehn 2004 der EU beigetretenen Länder, das den Euro eingeführt hat. EU-Kommissionspräsident Barroso würdigte den Beitritt der Slowakei zur Währungsunion als "historischen Schritt".

Erst im Vorjahr ist es der Regierung gelungen, das Haushaltsdefizit unter die im Stabilitäts- und Wachstumspakt vorgesehene Grenze von drei Prozent zu drücken. Auch die Inflation, die als größte Hürde für den Euro-Beitritt galt, konnte das Land in den Griff bekommen.
(apa/red)