Slobodan Milosevic von

"Bambiland" zu haben

Familie von jugoslawischem Ex-Präsidenten verkauft ihren Vergnügungspark

Die Angehörigen des jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic entledigen sich eines weiteren Symbols seiner Familienherrschaft: "Bambiland" steht zum Verkauf. Der Vergnügungspark in Pozarevac, Milosevic' Geburtsort, ist von seinem Sohn Marko inmitten der NATO-Luftangriffe gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien im Frühjahr 1999 errichtet worden.

Für das Vergüngungsparkgelände in seinem Besitz auf einem halben Hektar will Milosevic Junior laut der Tageszeitung "Blic" von der Stadtverwaltung, die es kaufen möchte, 100.000 Euro haben. Das Gelände war im Jahre 1999 von der damaligen Stadtverwaltung von Pozarevac der Familie Milosevic kostenlos zur Verfügung gestellt worden.

Sohn lebt im Exil
Marko Milosevic war gleich nach der politischen Wende in Belgrad im Oktober 2000 dank eines Reisepasses auf falschen Namen nach Moskau geflüchtet. In Serbien wird gegen den Sohn Milosevic` inzwischen wegen Zigarettenschmuggels in den 1990-er Jahren ermittelt. Der Vergnügungspark in seinem Besitz war nach seiner Flucht aus dem Land verwüstet worden. Alle wertvollen Einrichtungen waren abmontiert worden und sind spurlos verschwunden.

Die ebenfalls in Moskau lebende Witwe von Milosevic, Mirjana Markovic, hat inzwischen das Belgrader Familienhaus an den russischen Gazprom-Konzern vermietet. Eine weitere Belgrader Villa, die im Jahre 1999 von Slobodan Milosevic zum Spottpreis von ein paar hundert Euro erworben worden war, wurde per Gerichtsurteil inzwischen erneut verstaatlicht.

Milosevic, der sich vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien zu verteidigen hatte, war im März 2006 kurz vor dem Prozessabschluss im Gefängnis seinem Herzleiden erlegen. Dem einstigen Staatschef waren Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo angelastet worden.