Slalom beschließt Beaver-Creek-Weekend: Schönfelder will seinen zweiten Saisonsieg

Benni Raich weiß nicht so recht, "ob die Form passt" Alles wartet auf Ligerty: In Training Miller distanziert

Am Sonntag schlägt in Beaver erstmals in dieser Saison die Stunde der Slalom-Spezialisten. Benjamin Raich geht auch da als Weltcup-Sieger an den Start, hat aber vier Speedrennen und kaum Stangentraining in den Beinen." Ob die Form trotzdem passt, wird man im Rennen sehen", meinte der Pitztaler.

Ganz anders Rainer Schönfelder. Nach Platz drei im Riesentorlauf von Sölden hat sich der Kärntner, der nun wie seinerzeit Niki Hosp in japanischen Rexxam-Schuhen ("Die Japaner arbeiten unglaublich professionell"), fährt, in Colorado den letzten Feinschliff geholt und versprach: "Ich kann Sölden wiederholen. Nein, es kann sogar noch besser werden."

Fahrstil von Pranger ein Problem
Die Slalom-Truppe von Gert Ehn hat die Vorbereitung völlig umgestellt, viel mehr Speed trainiert als in den Jahren davor. Ehn schätzt Schönfelder, Mario Matt und Raich derzeit im Slalom am stärksten ein. "Manfred Prangers Fahrstil kommt den weichen Bodenverhältnissen hier nicht so ganz entgegen", so Ehn. Am Slalom-Start ist auch Reinfried Herbst, der im Gegensatz zu Kilian Albrecht das ÖSV-Angebot zum Mittrainieren angenommen und den Sprung zurück ins Team geschafft hat.

Gespannt sein darf man am Sonntag auf die Vorstellung des US-Amerikaners Ted Ligety. Der 21-jährige aus Park City soll in Überform fahren und im Training selbst Bode Miller deklassiert haben. Zuletzt hatte Ligety einen NorAm-Slalom souverän gewonnen. Sein Trainer Mike Morin ist der Meinung, er habe seit Jahren im ganzen Circuit keinen so guten Slalomfahrer gesehen wie Ligety.

Schönfelder bekommt doch noch sein Park-City-Preisgeld
Mehr als zwei Jahre nach dem Chaos-Slalom von Park City 2003 bekommt nun Rainer Schönfelder das ihm für Platz zwei zustehende Preisgeld doch noch. Der Internationale Skiverband FIS hat die von der im Nachhinein aufgehobenen Disqualifizierung des Österreichers zunächst profitierenden Läufer per Mail aufgefordert, die fälligen Differenzbeträge auf Schönfelders Bankkonto zu überweisen.

Die neun Läufer Manfred Pranger (AUT), Giorgio Rocca (ITA), Giancarlo Bergamelli (ITA), Johan Brolenius (SWE), Silvan Zurbriggen (SUI), Tom Stiansen (NOR), Tom Rothrock (USA), Pierrick Bourgeat (FRA) und Benjamin Raich (AUT) werden dem Kärntner demnach insgesamt 13.528 US-Dollar (11.565 Euro) zukommen lassen. Der größte Anteil entfällt dabei auf Manfred Pranger, der rund 6.000 Dollar rückerstatten muss.

Schönfelder hatte am 23. November 2003 nach einer Behinderung durch einen Pistenarbeiter trotz Ausscheidens noch einmal starten dürfen. Nach einem Protest nach Rennende (Schönfelder belegte hinter dem Finnen Kalle Palander Rang zwei) wurde der ÖSV-Läufer jedoch aus der Wertung genommen, ehe die FIS dann am 1. Dezember 2003 die Disqualifikation wieder aufhob.

Die 80 Punkte für Platz zwei hatte Schönfelder zurückerhalten, auf das Preisgeld wartet der Bleiburger jedoch seitdem. "Ein verspätetes Preisgeld aus dem Jahr 2003 als verfrühtes Christkindl 2005. Welchem Zweck ich das Geld zuführen werde, überlege ich mir in aller Ruhe, wenn ich es auf dem Konto habe", meinte Schönfelder.
(apa/red)