Slalom Adelboden von

ÖSV-Doppelsieg am Chuenisbärgli

Marcel Hirscher gewinnt dank eines Sensationslaufs im 2. Durchgang vor Mario Matt

Mario Matt und Marcel Hirscher feiern ihren Doppelsieg im Slalom von Adelboden © Bild: APA/EPA/Schneider

Marcel Hirscher und Mario Matt haben beim Slalom von Adelboden für eine österreichischen Doppelsieg gesorgt. Hirscher katapultierte sich dabei mit einem sensationellen zweiten Lauf noch vom achten Platz ganz nach vorne, holte dabei 87/100 Sekunden auf und gewann am Ende mit 0,3 Sekunden Vorsprung auf Mario Matt. Der Salzburger zündete dabei wie schon am Vortag in Lauf zwei den Turbo - raste aber diesmal vor 11.500 Fans fehlerfrei zum Sieg am Chuenisbärgli. Dritter wurde der italienische Halbzeit-Führende Manfred Mölgg (0,62).

"Viel besser geht es nicht", meinte selbst Hirscher angesichts seiner entfesselten Fahrt im Finale. Hirscher feierte den 16. Weltcup-Sieg seiner Karriere. Im Slalom war es der 9., zudem nach Madonna di Campiglio und Zagreb der dritte in Folge. In Adelboden war es nach seinem Doppelpack 2012 (Riesentorlauf und Slalom) der dritte Erfolg. Im Gesamt-Weltcup baute der Titelverteidiger seine Führung auf den Norweger Aksel Lund Svindal auf 126 Punkte aus. In der Slalom-Wertung führt Hirscher mit 520 Zählern deutlich vor dem Deutschen Felix Neureuther (386).

"Ich habe noch kein Gefühl für das heutige Rennen gefunden", hatte Hirscher nach dem ersten Lauf berichtet. Das änderte sich dann aber im zweiten Durchgang eklatant. "Ich habe alles riskiert. Beim Pokern würde man 'all in' dazu sagen", sagte der ÖSV-Superstar.

Die perfekten Pistenbedingungen haben Hirscher bei seiner Aufholjagd in die Karten gespielt. "Die Bedingungen waren auf der gesamten Piste gleich. Da kann man sich ideal drauf einstellen." Das Wochenende in Adelboden war für Hirscher ein klassisches Beispiel "wie eng Sieg und Niederlage zusammen liegen".

Matt hat sein WM-Ticket
Matt machte als Zweiter seinem Ruf als Adelboden-Liebhaber alle Ehre. Für den 33-Jährigen war es bereits das neunte Top-Sieben-Ergebnis auf dem Chuenisbärgli. "Ich komme immer sehr gerne hierher", meinte Matt, der nach Rang drei in Zagreb nun sein WM-Ticket endgültig in der Tasche hat. "Die Richtung stimmt, ich habe rund um Weihnachten die ideale Materialabstimmung gefunden", erklärte der zweifache Slalom-Weltmeister.

Als unschlagbar wollte Matt seinen Teamkollegen Hirscher keinesfalls bezeichnen. "Im ersten Durchgang hat man gesehen, dass auch er keine Maschine ist. Marcel hat durch seine Ergebnisse extrem viel Selbstvertrauen, und damit kann man locker drauf los fahren."

Gute Karten für Pranger
Neben den Fixstartern Hirscher und Matt hat derzeit auch Manfred Pranger gute WM-Karten. Der Tiroler wurde am Sonntag Siebenter. "Die WM war bei mir überhaupt nicht im Hinterkopf. Ich wollte nur endlich wieder ein passables Ergebnis ins Ziel bringen", berichtete Pranger, der zuletzt in Zagreb ausschied. Die letzte Lockerheit hat Pranger aber noch vermisst. "Ich hab mir die Schneid abkaufen lassen. Mein Ziel ist, meine Trainingsleistungen auch im Rennen abzurufen. Alles andere zipft mich an."

Benjamin Raich und Reinfried Herbst wollten mit einer Platzierung rund um Rang 10 die Rückkehr in die Top-15 der Slalom-Weltrangliste fixieren. Für die beiden 34-Jährigen endete das Unternehmen aber jeweils schon im ersten Durchgang, Herbst und Raich schieden aus.

"Ich wusste, dass man an dieser Stelle sehr viel Zeit herausholen kann. Leider hab ich eingefädelt. Das ist eben ein klassisches Slalom-Schicksal, das einen jederzeit ereilen kann", meinte Herbst, der sich mit Raich in den verbleibenden zwei Slaloms in Wengen und Kitzbühel wohl um das letzte Slalom-Ticket für die WM streiten muss. Raich will nun in Wengen zumindest die Super-Kombination und den Slalom bestreiten, aber auch ein Start in der Abfahrt ist denkbar.

Feller fährt auf Rang 16
Das bisher beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere fuhr Manuel Feller ein. Der 20-jährige Tiroler belegte mit Startnummer 37 Rang 16 und toppte damit seinen 23. Platz vom 8. Dezember 2012 in Val d'Isere. "Im Moment kann im Slalom kommen was will, ich fühle mich auf jedem Hang wohl", meinte Feller voller Selbstvertrauen. "Der erste Durchgang war richtig stark, im zweiten waren dann ein paar kleine Fehler dabei", resümierte die Zukunftshoffnung aus Fieberbrunn.

Der Weltcup-Tross übersiedelt nun innerhalb der Schweiz nach Wengen. Auf dem Lauberhorn stehen von Freitag bis Sonntag eine Super-Kombination, eine Abfahrt und ein Slalom auf dem Programm.

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