Skylink von

Polizei durchkämmt Wohnungen

Verdacht auf Betrug: Justiz ordnet fünf weitere Hausdurchsuchungen an

Skylink - Polizei durchkämmt Wohnungen © Bild: APA/Pfarrhofer

In der Causa Skylink haben fünf weitere Hausdurchsuchungen stattgefunden: Laut Staatsanwaltschaft Korneuburg haben die Ermittler nach verdächtigen Belegen gesucht. Beim Innenausbau des Flughafenterminals seien viel zu hohe Rechnungen an die Flughafen Wien AG ausgestellt worden.

Beamte des NÖ Landeskriminalamts durchkämmten daher vier private Wohnadressen von Mitarbeitern bauausführender Unternehmen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland sowie eine in Wien ansässige Firma, die in überwachender Funktion am Flughafenausbauprojekt Skylink beteiligt ist. Das teilte die Staatsanwaltschaft Korneuburg mit.

Suche nach gefälschten Rechnungen
Betroffen waren laut Anklagebehörde ein ehemaliger Projektleiter der die örtliche Bauaufsicht ausübenden Firma sowie deren Büroräume, weiters ein örtlicher Niederlassungsleiter, ein Bauleiter und ein mit dem Rechnungswesen betrauter Mitarbeiter der hauptausführenden Baufirma. Gesucht habe man nach Unterlagen in Zusammenhang mit dem Innenausbau des Flughafenterminals. Bei dessen Bauausführung seien "aufklärungsbedürftige, mutmaßlich weit überhöhte Rechnungen an die Flughafen Wien AG gelegt worden", so Friedrich Köhl, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Über Umfang und Art der von 32 Kriminalbeamten sichergestellten Materialien konnte Köhl keine Auskunft geben. Die Sichtung und Prüfung der Daten dürfte aber mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Verdacht auf Untreue und Betrug
Die Skylink-Hausdurchsuchungen seien in Zusammenhang mit dem Verdacht der Untreue von Flughafen-Mitarbeitern und des schweren Betrugs durch ausführende Baufirmen durchgeführt worden, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Auch Manipulationen beim Vergabeverfahren für die Innenausbauleistungen, bei denen der Flughafen um 1,73 Mio. Euro geschädigt worden sein soll, stehen im Raum.

Die durchsuchten Personen, die sich laut dem Sprecher allesamt kooperativ gezeigt hätten, werden teilweise selbst verdächtigt, teilweise sollen sie nur mit verdächtigen Personen in Zusammenhang stehen. Namen wurden nicht genannt, "Prominente" seien aber nicht dabei gewesen, hieß es.

Strafverfahren: Ermittlungen laufen seit 2009
Die Staatsanwaltschaft Korneuburg bearbeitet mit der Causa Skylink eines der großen Wirtschafts-Verfahren des Landes. Seit Sommer 2009 ermitteln mehrere Teams. Nach zahlreichen Anzeigen und Hausdurchsuchungen wird unter anderem wegen Verdachts auf Betrug, Untreue und Bilanzfälschung im Zusammenhang mit der Kostenexplosion an der Flughafen-Terminalbaustelle ermittelt. Der Gerichtsakt umfasse derzeit etwa fünf Laufmeter, 160 Laufmeter Unterlagen und 5.000 Gigabyte elektronische Daten wurden bis dato sichergestellt. Hausdurchsuchungen fanden bereits im Mai 2010 und im vergangenen April statt.