Skurriler Millionenstreit von

Kuckuck am Prinzen-Jet

Boeing 737 von Thailands Kronprinz auf dem Flughafen München gepfändet

Skurriler Millionenstreit - Kuckuck am Prinzen-Jet © Bild: APA/EPA/YONGRIT/KNEFFEL Montage: NEWS.AT

Der Millionenstreit zwischen dem thailändischen Staat und dem insolventen Baukonzern Walter Bau wird immer skurriler: Am Mittwoch wurde der Privatjet des thailändischen Kronprinzen Maha Vajiralongkorn kurzerhand am Flughafen München beschlagnahmt. Über die Boeing 737 wacht nun der Kuckuck, sie darf vorerst nicht starten.

Der Schritt sei "ultima ratio" gewesen, teilte Insolvenzverwalter Werner Schneider mit, der sehr diskret vorgehen musste, damit seine Pläne nicht im Vorfeld publik wurden.

Bangkok: "Wohl ein Missverständnis"
"Wir sind betroffen über das, was passiert ist", sagte Thani Thingphakdi, Sprecher des Außenministeriums in Bangkok, der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Es muss sich um ein Missverständnis handeln. Die Behörden meinen, die Maschine sei Eigentum der thailändischen Regierung, aber in Wirklichkeit gehört sie Ihrer Königlichen Hoheit, dem Kronprinzen. Wir hoffen, dass die Angelegenheit so schnell wie möglich bereinigt werden kann." Wie sich seine königliche Hoheit bis dahin die Zeit in München vertreibt, ist indes nicht überliefert.

Walter Bau hatte in den 90er Jahren in einem Joint Venture eine gebührenpflichtige Straße in der Nähe von Bangkok gebaut. Im Laufe des Betriebs kam es zu Streitigkeiten über die Höhe der Mautgebühren. Walter Bau sah Zusicherungen aus den Verträgen nicht eingehalten. Ein internationales Tribunal in Genf sprach dem Unternehmen nach jahrelangen Verhandlungen 2009 rund 30 Millionen Euro Kompensation zu. Die thailändische Regierung lehnte die Zahlung ab.