Fakten von

Skurril, skurriler, Trump

Hat Melania bei Michelle Obama geklaut? Und ist Donald eigentlich ein Wrestler?

Melania und Donald Trump © Bild: REUTERS/Mark Kauzlarich

Tag eins des Parteitages von Cleveland. Wenn man von diesem auf den restlichen Wahlkampf von Donald Trump schließen kann, dann darf die Welt ein Sammelsurium an Skurrilitäten erwarten. Die zweifelhaften Highlights im Überblick.

1. Hat Melania Trump bei Michelle Obama geklaut?

Die First Lady hat in den USA mehr als nur repräsentative Aufgaben. Michelle Obama hat in den letzten Jahren gezeigt, wie sehr die Präsidentschaftsgattin dem ersten Mann im Staat den Rücken stärken kann. Auch Melania Trump dürfte es imponiert haben, wie die aktuelle First Lady ihre Rolle erfüllt hat. Auch wenn sie aus dem demokratischen Lager stammt. Aber mein Gott, niemand ist perfekt, außer man heißt natürlich Donald Trump...

Die aus Slowenien stammende Ehefrau des vorraussichtlichen Präsidentschaftskandidatin hat auf jeden Fall eine Rede am Parteitag von Cleveland gehalten, die bei dem einen oder anderen ein Deja Vu ausgelöst haben dürfte. Ganze Sätze soll sie von einer Ansprache, die Michelle OBama 2008 beim demokratischen Nominierungsparteitag gehalten hat, abgekupfert haben. Die tatsächlich nicht zu leugnende Ähnlichkeit belegt auch ein Video, dass die beiden Reden direkt gegenüberstellt.


Melania Trump hatte NBC zuvor erählt, sie hätte die Rede mit "so wenig Hilfe wie möglich" selbst verfasst. Wer Melania nun als Lügnerin bezeichnen möchte, irrt allerdings: Schließlich scheint sie sich tatsächlich nur auf die "Hilfe" einer einzigen Person verlassen zu haben...

Die Reden von Melania Trump und von Michelle Obama zum Nachlesen

2. Wer ist denn der lustige Einklatscher von Trump?

Bei großen Veranstaltung gehört er einfach dazu: ein guter Einklatscher, der das Publikum in Fahrt bringt und auf den kommenden Auftritt vorbereitet. Beim Parteitag in Cleveland hat diese Rolle allerdings jemand übernommen, der Trump nur bedingt gefallen dürfte. "Late Show"-Moderator Stephen Colbert schnappte sich das Mikrofon und zog Donald Trump ordentlich durch den Kakao.

Stephen Colbert
© Reuters/Mario Anzuoni Stephen Colbert im "Hunger Games"-Modus

Der CBS-Star ließ sich für seinen Auftritt von "The Hunger Games" und dessen Moderator Caesar Flickerman inspirieren. Colbert eröffnete davon inspiriert in seiner Ansprache die Zusammenkunft der "Republikaner, die hungrig auf Macht-Spiele" sind. Zahlreiche Anspielungen auf die Filmreihe, die mit Trumps Aussagen immer wieder in Verbindung gebracht wird, folgten.


Nach etwas weniger als einer Minute wurde der Moderator von der Bühne geführt. Nach Colberts Schlusswort gab es allerdings auch nicht mehr viel zu sagen: "Schaut, ich weiß, dass ich nicht hier oben stehen sollte! Aber lasst uns ehrlich sein, genausowenig sollte das Donald Trump."

3. Schaut Donald Trump heimlich Wrestling-Videos?

Wenn Melania Trump und Stephen Colbert sich schon so viel Mühe mit ihren Auftritten geben, will ein Donald Trump natürlich nicht weniger glänzen. Ein wirklich tragender, stimmungsvoller Moment sollte es sein, wenn er die Bühne betritt. Ein Augenblick, an den man sich erinnert. So wie Boxer und US-Wrestler, die mit bedeutungsschwangerer Musik aus der Dunkelheit treten, umgeben von viel Rauch.


Trumps Vorlage war kaum zu verkennen. Auch wenn die Band "Queen" eigentlich darum gebeten hatte, dass Trump ihre Musik nicht mehr auf seinen Veranstaltungen spielen sollte, ertönte "We are the champions". Es wäre ja wohl nicht Donald Trump, wenn er sich von so einer kleinen britischen Kombo etwas sagen lassen würde. Auf Twitter wurde schon kurz darauf gemutmaßt: War dies der Auftritt des zukünftigen Präsidenten oder ein Wrestler beim Betreten der Arena?

Genauso wie seine Frau weiß Trump einfach, von wem man sich am besten inspirieren lassen sollte. Wrestler strahlen Power, Durchsetzungskraft und den eisernen Willen zu gewinnen aus. Und das werde er haushoch, kündigte er in seinem ersten Satz auf der Bühne an.

Ob dies nun wahr wird oder nicht - eines ist sicher: Es wird der wohl skurrilste Wahlkampf der US-Geschichte werden.

Kommentare