Motor von

Zimmer, Küche, Kabinett

Skoda Kodiaq © Bild: Skoda

Škodas erster SUV, Kodiaq, bietet Platz wie ein Kleintransporter, fährt wie ein Edel-SUV und ist trotzdem preiswert. Aber nur in der Basisversion.

Steht es eigentlich einem Auto gut, wenn vornehmlich von seiner schieren Größe und den damit verbundenen, äußerst großzügigen Platzverhältnissen und Lademöglichkeiten geschwärmt wird? Und, ganz essenziell, es sich weder um einen Van, geschweige denn um einen Bus handelt?

Der Škoda Kodiaq misst stolze 4,70 Meter und ist, um die Antwort vorwegzunehmen, in dieser formidablen Lage und, nebenbei erwähnt, ein SUV. Der erste der tschechischen VW-Tochter. Aber nicht der einzige, weil es ja jetzt auch den kleineren Bruder Karoq gibt.

Dieser boomenden Fahrzeuggattung eilt ohnedies der Ruf voraus, ausladend, platzverschwendend und überhaupt protzig zu sein. Škoda kann zumindest das Atout aus dem Ärmel zaubern, nicht als wichtigtuerische Marke gebrandet zu sein, und genießt überdies den Bonus, für Familien keineswegs unerschwinglich zu sein. Der Kodiaq steht tatsächlich ab 26.640 Euro in der Preisliste und bietet dank der illustren Konzernverwandtschaft solide VW-Technik. Beim Einsteigermodell allerdings auch keinen Allrad.

Skoda Kodiaq
© Skoda

Große SUVs, und der Kodiaq ist zweifellos einer, sind für drahtige Dieselantriebe nahezu prädestiniert. Unser Testwagen verfügt dementsprechend über ein Selbstzünderaggregat mit 150 PS - natürlich mit dem Abgasreinigenden SCR-Kat -mit Sechsgangschaltgetriebe, Allrad und ein paar Extragoodies, etwa dynamischer Fahrwerksregelung. In der "Style"-Ausstattung kostet der Kodiaq aber dann plötzlich fast das Doppelte.

Was in jedem Fall bleibt, ist das Platzangebot wie in einem Kleintransporter. Vorne sitzt man sowieso fürstlich, und mit ziemlicher Sicherheit hat man in keinem anderen Fahrzeug dieser Klasse im Fond mehr Beinfreiheit als hier. Wenn man die Rücksitzbank nicht um die möglichen 18 Zentimeter nach hinten verschiebt, tut sich ein Laderaum mit beinahe Speicher-Dimensionen auf: bis 2.065 Liter. Der 150-PS-TDI-Motor versieht einen unaufgeregten Job. Er klingt auch so, außer man gibt ihm extrafest die Sporen. Er beschleunigt den fast 1,8 Tonnen schweren Tschechen-SUV angemessen, verlangt aber viel Schaltarbeit, um Fahrer und Aggregat, vor allem bei voller Besetzung des Wagens, bei Laune zu halten. Was aber dank des gut schaltbaren Getriebes kein Problem darstellt.

Skoda Kodiaq
© Skoda

An Assistenzsystemen ist beinahe alles an Bord, was das VW-Konzernregal zu bieten hat. So bleibt der Kodiaq auch in schnellen Kurven auf Kurs; auch wenn sich die Lenkung ein wenig indifferent anfühlt, in dieser Disziplin kann er sogar mehr, als man ihm zutrauen würde. Und der Allradantrieb blieb stets unterfordert.

Daten

Škoda Kodiaq 4x4 Style TDI

Preis: ab €39.510,-
Motor: 4 Zylinder, Turbodiesel, 1.968 ccm
Leistung: 150 PS (110 kW)
Spitze: 197 km/h 0-100: 9,5 Sek.
Verbrauch: 6,6 l/100 km
Emission: 175 g CO2/km
Fazit: Auch wenn er kein lupenreines Schnäppchen ist, bietet der Kodiaq enorm viel Auto für das Geld und dazu VW-Technik