Skispringer haben große Ziele: Widhölzl
will mit neuem Stil zum Weltcup-Gesamtsieg

WM-Titel im Team soll erfolgreich verteidigt werden "Morgi" maturiert - Kofler & Co feilen an der Form

Auch die Mannschafts-Olympiasieger im Skispringen haben im Klima-Wind-Kanal ("Rail Tec Arsenal") in Wien-Floridsdorf Materialtests vorgenommen. Cheftrainer Alex Pointner musste dabei nur auf Thomas Morgenstern verzichten, der Doppel-Olympiasieger steht unmittelbar vor Abschluss seiner Matura. Pointner geht auch nach der Erfolgs-Saison mit ehrgeizigen Zielen in den WM-Winter. Team-"Oldie" Andreas Widhölzl überraschte mit der Ankündigung, auf den Gesamt-Weltcupsieg losgehen zu wollen.

"Wir haben in Oberstdorf zuletzt zwei Team-Weltmeister-Titel geholt und auch in Pragelato Team-Gold auf der Großschanze geholt. Wir werden alles in Bewegung setzen, dass wir diesen WM-Titel in Sapporo verteidigen können", versprach "Pointex", der sich über die Möglichkeiten im größten Klima-Wind-Kanal der Welt begeistert zeigte. Bis zu 70 Sprünge konnten in der kurzen Zeit simuliert werden. "Und die Leute können bis zu eineinhalb Minuten fliegen, kleinere Fehler können gleich korrigiert werden."

Die Vorbereitungen auf den Winter laufen ausgezeichnet, im Windkanal hat auch der frühere Kombinations-Co-Trainer Andi Felder mitgeholfen. Pointner: "Er hat zwei Tage mit uns zusammengearbeitet. Die Strukturen und die vernetzte Arbeit im ÖSV funktionieren sehr gut."

Noch nicht nach Wunsch funktioniert es bei einem der vier Olympiasieger, Andreas Widhölzl. Doch der Tiroler hat sich trotz einer radikalen Technik-Umstellung hohe Ziele gesetzt. "Für mich ist primär der Gesamt-Weltcup das Ziel. Wenn man den gewinnen will, muss man ein Jahr lang wirklich gut springen", so "Swider", der sich noch einmal auf Neues eingelassen hat. "Der Swider hat seine gesamte Festplatte gelöscht", drückte Pointner die Bereitschaft Widhölzls zur Technikumstellung drastisch aus.

Widhölzl dazu: "Es weiß ja eh jeder, dass ich im ersten Flugteil immer Probleme gehabt habe und alle immer ein bisserl mit mir mitzittern mussten. Da haben wir den Hebel angesetzt und wir sind auf einem gut Weg." Der dreifache Familienvater will aber auf jeden Fall auch nach der WM-Saison weitermachen. "Ich weiß, dass ich ein Auslaufmodell bin, aber ich bin schon noch gut beinander. Ich hoffe, dass ich noch einmal Olympische Spiele schaffe."

Kofler, Koch und Loitzl feilen an der Form
Noch mehrere Spiele hat Andreas Kofler vor sich, der neben Team-Gold in Pragelato ja auch Silber von der Großschanze hinter Morgenstern geholt hat. Mit nur einem Zehntelpunkt Rückstand. Etwas ruhiger habe ihn der Erfolg schon gemacht. "Aber Geduld war noch nie meine Stärke." Auch Kofi feilt noch an seiner Form, aber beim Sommer-GP ist es ihm als Dritter so gut gelaufen wie noch nie. "Ich habe mich auch von der Kraft her gut entwickelt."

Martin Koch findet, dass es "Zeit für meinen ersten Weltcupsieg ist" und auch Wolfgang Loitzl ist nach dem Sieg im Sommer-Grand-Prix optimistisch. "Es schaut sehr positiv aus. Ich habe körperlich so viel an mir gearbeitet wie noch nie. Der Wechsel von Rossignol zu Fischer macht sich auch positiv bemerkbar", meinte der Steirer.

Für die Springer geht es mit einem Trainingskurs in Innsbruck weiter, danach wird geschaut, wo der erste Schnee liegt. Vor allem in der Ramsau will man sich bemühen, den "ersten weißen Fleck" zu produzieren, die Springer würden es sehr begrüßen, sich wieder zu Hause auf Schnee auf den Weltcup-Auftakt vorbereiten zu können.

(apa/red)