Skispringen von

Vierschanzen-Tournee:
Zeugnis der ÖSV-Adler

Zwei Einser-Schüler überstrahlen alles, aber auch Schlierenzauer war eigentlich gut

Kraft mit Adler © Bild: GEPA pictures/ Andreas Pranter

Die 63. Vierschanzentournee ist Geschichte. Und wie schon in den letzten sechs Jahren ging der Sieg an einen Österreicher. Stefan Kraft schloss nahtlos an die Erfolge seiner Vorgänger Wolfgang Loitzl (2008/09), Andreas Kofler (2009/10), Thomas Morgenstern (2010/11), Gregor Schlierenzauer (2011/12 und 2012/13) und Thomas Diethart (2013/14) an. Bei so viel rot-weiß-roten Power ist es nur legitim, dem ÖSV-Team ein Zeugnis für die aktuelle Tournee auszustellen.

Note 1

Stefan Kraft

Vor Tournee-Start als Geheimfavorit gehandelt, ging der Stern des 21-jährigen Schwarzachers in Oberstdorf endgültig auf. Schon das erste Duell schien dabei richtungsweisend, setzte sich Kraft doch durch Kamil Stoch und damit den zweifachen Olympiasieger von Sotschi, durch. Was folgte, ist bekannt. Der erste Weltcupsieg in Oberstdorf, solide Sprünge in Garmisch-Partenkirchen, die Grundsteinlegung für den Erfolg durch Platz 2 in Innsbruck und schließlich der Triumph in Bischofshofen. Herr Kraft, sehr gut, setzen!

Stefan Kraft fliegt
© GEPA pictures/ Andreas Pranter Stefan Kraft liegt die Skisprung-Welt nun zu Füßen

Michael Hayböck

"Das Ganze mit Michi zu teilen, ist wunderschön", sagte Kraft nach seinem Erfolg und genau diese freudige Zweisamkeit bestimmte von Beginn an die Tournee. Schon in Oberstdorf schnupperte Hayböck an seinem ersten Weltcupsieg, drei Schanzen später war es dann so weit - was den 23-Jährigen aber umso mehr freute. "Wenn Skispringen ein Wunschkonzert wäre, dann hätte ich mir den ersten Sieg beim Tourneebewerb in Bischofshofen gewünscht." Trotz der 23 Punkte Rückstand auf Kraft beim Finale machte es Hayböck noch einmal spannend und beendete die Tournee knapp als Zweiter, aber mit einem Schanzenrekord in Innsbruck und der Weltcup-Gesamtführung im Gepäck.

ÖSV-Skispringer in Bischofshofen
© GEPA pictures/ Harald Steiner Michael Hayböck wird zurecht auf Schultern getragen

Note 2

Gregor Schlierenzauer

Was wäre, wenn Schlierenzauer diesen zweiten Sprung in Oberstdorf nicht so verhaut hätte. Auch wenn es dem 24-Jährigen selbst gar nicht so aufgefallen ist, verhinderten die 40 Punkte Rückstand nach dem ersten Springen, dass der zweimalige Tournee-Sieger bis zum Ende ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitreden konnte. Platz 4 in Garmisch, Platz 5 in Innsbruck und Platz 7 in Bischofshofen können sich durchaus sehen lassen. Vor allem, da "Schlieri" die Sprünge dort ja nur noch als "super Wettkampftraining auf hohem Niveau" tituliert hatte.

Vierschanzen-Tournee ÖSV-Siegesserie: Grafik
© APA/Martin Hirsch

Note 3

Andi Kofler

Der Triumphator von 2010 startete mit Rang 5 in Oberstdorf überraschend gut und hielt auch in Garmisch-Partenkirchen als Zwölfter noch gut mit. Ausgerechnet bei den Springen in Österreich fiel der 30-Jährige dann aber komplett ab. Auf seiner Heimatschanze In Innsbruck qualifizierte sich Kofler ebenso nicht für den 2. Durchgang wie in Bischofshofen, weshalb die guten Ergebnisse schnell relativiert sind. "Das tut mir wirklich weh", entfuhr es dem ÖSV-Adler nach Innsbruck treffend.

Manuel Poppinger

Viel gibt es zum erfahrenen Continental-Cup-Springer eigentlich nicht zu sagen. Aber der erste Weltcup-Punkt durch einen 30. Platz in Bischofshofen ist eine Erwähnung wert. Vor allem, da er in Innsbruck als 31. noch hauchdünn gescheitert war.

Note 4

Thomas Diethart

"Ich habe gewusst, dass ich nichts zerreißen werde. Ich bin momentan einfach nicht so in Form wie im letzten Jahr", verlautbarte Diethart schon nach dem ersten Springen in Oberstdorf, wo er nur den enttäuschenden 27. Platz belegte. In diesen Gegenden des Klassements bewegte sich der Titelverteidiger auch in Garmisch (25.), Innsbruck (23.) und Bischofshofen (23.). Bei all der Formkrise ist das einfach zu wenig für jemanden, der noch Ende Oktober zum "Aufsteiger des Jahres" gekürt worden war und auch um den Titel "Sportler des Jahres" gekämpft hatte.

Diethart mit Adler-Pokal
© GEPA pictures/ Felix Roittner Im letzten Jahr noch ganz oben: Thomas Diethart

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