Skispringen von

Tourneefavorit Andreas Kofler

Nach drei Siegen in Folge ist der Tiroler der große Gejagte vor dem Klassiker

Skispringen - Tourneefavorit Andreas Kofler © Bild: GEPA/Lerch

Mit Andreas Kofler schickt sich der nächste österreichischer Skispringer an, zum Seriensieger zu werden. Der Tiroler komplettierte in Lillehammer das Skandinavien-Triple und ist nach seinem dritten Sieg in Folge auf einem guten Weg, frühere Erfolgsläufe von Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer zu wiederholen.

"Besser konnte es bisher natürlich nicht laufen. Die Erfolge geben mir Sicherheit, ich bin derzeit einfach ruhiger als früher", erklärte Kofler nach seinem insgesamt achten Weltcupsieg. An eine derartige Serie hatte der 27-jährige Tiroler bis vor kurzem noch nicht einmal zu denken gewagt, Rückenprobleme hatten eine mehrwöchige Trainingspause erzwungen.

Umso überraschender kommt der jetzige Erfolgslauf. "Ich lasse mich nicht ablenken und konzentriere mich mehr als früher nur auf den Wettkampf", suchte Kofler, der nach dem Lillehammer-Wochenende über leichte Rückenschmerzen klagte, nach einer Erklärung für den Höhenflug.

Aufwind dankt Trikot
Das gelbe Weltcuptrikot will der Vize-Weltmeister natürlich nicht mehr so schnell hergeben. Auch im Vorjahr war er als Gesamtführender nach Lillehammer gekommen, damals entriss es ihm Morgenstern aber mit zwei Siegen. Diesmal baute er den Vorsprung auf mittlerweile 130 Punkte aus. "Letztes Jahr war das Trikot eine Last, jetzt macht es mich leichter", betonte Kofler.

Bereits jetzt über den Gewinn der großen Kristallkugel zu spekulieren, lehnte er ab. "Ein möglicher Gesamtweltcupsieg ist für jeden Sportler ein Ziel und natürlich auch bei mir immer ein Thema gewesen. Aber wirklich in diese Richtung zu denken, halte ich für verfrüht. Mein Motto ist einfach, weiter Punkte zu sammeln", so Kofler. Gelegenheit dazu hat er bereits ab Freitag in Harrachov (CZE). Danach steht vor der Vierschanzen-Tournee, die Kofler 2010 gewonnen hat, nur noch Engelberg auf dem Programm.

Morgi und Schlieri nicht in Hochform
Während er seine Auftakt-Topform von Kuusamo auch in Norwegen zeigte, hatten seine noch höher dekorierten Teamkollegen Schlierenzauer und Morgenstern auf den Olympiaschanzen von 1994 mit den schwierigen Verhältnissen härter zu kämpfen. Dennoch schaffte Schlierenzauer zwei Top-Sechs-Ergebnisse, Morgenstern verbuchte die Ränge zwölf und sechs.

Zur Hochform fehlt dem erfolgsverwöhnten Duo aber noch ein wenig. Beunruhigen lassen sich die beiden Dreifach-Weltmeister von Oslo davon aber nicht. "Die Marschrichtung stimmt für mich, auch wenn es noch ein paar Dinge zu justieren gilt, um ganz nach oben zu kommen", bekräftigte Schlierenzauer seine Ambitionen, demnächst zu Kofler aufzuschließen. Ähnlich äußerte sich auch Morgenstern.

Aus internationaler Sicht scheint derzeit kein Springer in Sicht, der die Österreicher über eine längere Phase gefährden könnte. Auch der Weltcup-Einstieg von Simon Ammann fiel für den Olympiasieger mit den Rängen 9 und 13 durchschnittlich aus.