Vierschanzentournee von

Skispringen: Showdown
in Bischofshofen

Ammann lauert als "Jäger" - Diethart: "Es wird sicher sehr spannend"

Thomas Diethart © Bild: GEPA/Kelemen

Rund 20.000 Fans in Bischofshofen und Millionen vor den Fernsehern werden mitfiebern und sich diese brennende Frage stellen: Schafft es "Rookie" Thomas Diethart sensationell, gleich bei seiner ersten Tournee den Gesamtsieg zu holen oder setzt sich erstmals Simon Ammann durch? Und natürlich darf man einen zweiten Routinier nicht vergessen: Denn Thomas Morgenstern ist absolut noch in Schlagdistanz.

Der Eine möchte sein gerade erst begonnenes Märchen mit einem Happy End krönen, der andere möchte seine großartige Karriere mit diesem ihm noch fehlenden Titel krönen. Der 21-jährige Thomas Diethart aus Michelhausen war Mitte Dezember noch ein unbekannter ÖSV-Skispringer - jetzt kämpft er am Dreikönigstag auf der Paul-Außerleitner-Schanze um den Gesamtsieg bei der 62. Vierschanzen-Tournee.

Vorsprung für Diethart

Etwas mehr als fünf Meter oder 9,4 Punkte Vorsprung hat Diethart auf den vierfachen Olympiasieger Ammann. Allerdings weist Bischofshofen die mit Abstand größte "Streuung" der Tournee auf, will heißen, hier kann man einen solchen Rückstand durchaus aufholen. Diethart, der Sieger des Neujahrsspringens, will nach den Plätzen drei, eins und fünf in den bisherigen drei Tournee-Orten seinem Motto treu bleiben. "Ich mache mir nicht viel Gedanken, wie viel ich vorne bin. Ich will meine Sprünge machen, locker bleiben und mein Konzept beibehalten. Was dann rauskommt, sieht man dann eh. Es wird sicherlich sehr spannend", sagte er gegenüber der APA - Austria Presse Agentur.

Ähnlich sieht es freilich der abgebrühte Simon Ammann. Das "Schlitzohr" aus der Schweiz ist glücklich, noch einmal in dieser Situation zu sein. "Letztes Jahr haben wir auf der Strecke von Garmisch nach Innsbruck über den Ski diskutiert und ein Jahr später ist man dann dort, wo man eigentlich viel schneller hin wollte", sinnierte Ammann. "So ist das Leben, man muss manchmal ziemlich lange warten bis etwas aufgeht. Darum genieße ich die Zeit."

Ammann als Jäger

Die Rolle des Jägers und auch der Zweikampf mit den beiden Österreichern gefällt ihm. "Den einen kenn ich nicht, der andere wird sicher mit der Wut im Bauch springen. So sind sie eigentlich beide gefährlich", erinnerte Ammann an Morgensterns schlechte Bedingungen im Windspringen von Innsbruck. Ammanns Wunsch: "Ich hoffe, dass das Wetter in Bischofshofen besser wird und es zum Schluss einen fairen Wettkampf gibt." Er war sich durchaus bewusst, dass er am Bergisel auch etwas Glück gehabt hat.

Jedenfalls seien beide Österreicher mit ihrer Technik auch in Bischofshofen nicht zu unterschätzen. "Für mich spricht, dass es halt ziemlich gut klappt. Jeder Sprung, der funktioniert, bringt einen der Perfektion näher. Der Sprung, den ich habe, wird immer klarer", sagt Ammann, der wegen seiner doch auch vorhandenen Müdigkeit erneut mit dem Auslassen der Qualifikation spekulierte.

Morgenstern gibt nicht auf

8,55 Meter Rückstand auf Diethart, 3,33 auf Ammann. Wer Morgenstern den Gesamtsieg nicht mehr zutraut, geht ein Risiko ein. Denn auf der Tournee-Schanze mit den meisten ÖSV-Siegen (21) hat sich der dreifache Olympiasieger aus Kärnten 2010 und 2012 durchgesetzt. "Aufgeben tue ich auf keinen Fall", versprach Morgenstern. "Aber 15 Punkte sind eine Menge Holz. Das holt man auf zwei Springer, die in extrem guter Form sind, nur schwer auf." Für den 27-Jährigen zählt nur der Gesamtsieg, den er 2010/11 schon einmal geschafft hat. Ein drittes Mal Tournee-Zweiter zu werden, hat weniger Anreiz für ihn.

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