Skispringen wird weiblich: In zwei Jahren kämpfen auch Frauen um WM-Medaillen

ÖSV schon auf Suche nach weit springenden Damen Toni Innauer regt zusätzlichen Mixed-Bewerb an

Skispringen wird weiblich: In zwei Jahren kämpfen auch Frauen um WM-Medaillen

Noch sind die männlichen Skispringer bei Weltmeisterschaften unter sich. Noch. Doch schon in zwei Jahren bei den Nordischen Welt-Titelkämpfen in Liberec (Tschechien) werden erstmals auch Skispringerinnen um Medaillen kämpfen. Darum gibt es freilich auch im ÖSV schon intensive Bemühungen, bis dahin eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen. Toni Innauer regte zur WM-Einführung gar einen zusätzlichen Mixed-Bewerb an.

Mit Schaudern erinnert sich der Nordische Direktor für Skispringen und Kombination an jenen verpatzten Vorführbewerb in Thunder Bay vor zwölf Jahren zurück. Damals steckte das Damen-Springen noch in den Kinderschuhen. "Ich habe das damals nur 20 Minuten verfolgt und dann die Flucht ergriffen, weil es auch sehr schlecht organisiert war," erinnert sich der Vorarlberger.

Seit damals habe sich dieser Sport jedoch auch beim "schwachen Geschlecht" enorm weiter entwickelt. "Die Mädchen haben jetzt so ein Level erreicht, dass ich selbst die Mädchen oft nicht von den Buben heraus kenne, wenn sie mittrainieren." Natürlich benötigen die Damen etwas mehr Anlauf, doch in der Luft und bei der Landung stehen sie den Männern um nichts nach. Innauer zweifelt nicht daran, dass man bis 2009 ein Starterfeld zusammenbekommen wird, sodass "im zweiten Durchgang nur Weltklassesportlerinnen am Start sind". Die Skispringerinnen könnten es durchaus mit ihren Pendants im Bobfahren oder Eishockey aufnehmen.

Und Innauer hat auch schon eine Idee, um die Premiere der Damen bei den Welt-Titelkämpfen 2009 noch attraktiver zu gestalten. "Wir könnten wieder eine Teamkonkurrenz auch von der Normalschanze machen und diese als Mixedbewerb durchführen. Man könnte sehr schön darstellbar machen, was der Unterschied zwischen Herren und Damen ist." Innauer denkt an einen eigenen Herren- und Damen-Start (mit etwas längerem Anlauf) und hat diese Idee auch schon mit FIS-Renndirektor Walter Hofer besprochen. Man könnte dies vorher im Weltcup ausprobieren. "Das wäre dann auch gleich der Einstieg in die Weltcup-Szene."

Im ÖSV gibt es mit Janko Zwitter einen hauptamtlichen Trainer und auch ein eigenes Budget. Zwar hat das Karriere-Ende von Eva Ganster eine kleine Lücke geschaffen, dennoch wurde das Damenteam vor Kurzem in Rastbüchl bei einem Kontinentalcup-Mannschaftsbewerb Zweiter hinter Deutschland. Im Team standen Daniela Iraschko, Tanja Drage, Jaqueline Seifriedsberger, die wie Andreas Goldberger vom Skiclub Waldzell (OÖ) stammt, sowie die junge Esther Steindl - ein vielversprechendes Talent aus Absam. Seifriedsberger wurde übrigens im Vorjahr bei der ersten FIS-Junioren-WM in Kranj schon Sechste.

Ginge es jetzt schon um Medaillen, dann wäre aus ÖSV-Sicht vor allem Daniela Iraschko (im Bild links) hervorzuheben. Die 23-jährige Kontinentalcup-Zweite von Rastbüchl im Einzel hat vor vier Jahren auf dem Kulm als erste Frau der Welt die 200-m-Grenze gesprengt. "Wir müssen schauen, dass sie uns nicht in den Profifußball abwandert, sie spielt ja bei Innsbruck", merkte Innauer an. "Aber es war für sie ein wichtiger Impuls, dass der Sport nun weltmeisterlich wird." Auf olympische Ehren müssen die Ladies allerdings noch warten, ein diesbezüglicher Antrag für die Spiele 2010 in Vancouver wurde abgelehnt. (apa/red)