Skispringen Harrachov von

Alle jagen Andi Kofler

Jagd nach Bestweiten wird in Harrachov fortgesetzt. ÖSV fürchtet Konkurrenz nicht

Skispringen Harrachov - Alle jagen Andi Kofler © Bild: GEPA/Lerch

Im vergangenen Jahr hatte der Weltcup-Tross der Skispringer unverrichteter Dinge den Schauplatz Harrachov wieder verlassen müssen. Starke Windböen hatten die Bewerbe von der Großschanze unmöglich gemacht, Thomas Morgenstern und Co. kehrten dann heuer im Jänner auf den "Teufelsberg" zurück - und triumphierten von der Flugschanze. Morgenstern feierte seinen ersten Skiflug-Weltcupsieg, Martin Koch überhaupt seinen ersten Weltcupsieg. Diesmal soll das Wetter aber auch auf der Großschanze halten, hoffen die Veranstalter.

"Voriges Jahr hat dort das Wetter gewonnen", erinnerte sich ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner an langes Warten vor Jahresfrist. Doch in Sachen ungünstiges Wetter haben die Skispringer und auch Zuschauer bei den Auftaktbewerben in Kuusamo und Lillehammer schon einiges erlebt. "Es ist nicht toll für die Zuschauer, wenn die Jury eingreift und die Anlaufregel in Anspruch nehmen muss", erinnerte der gebürtige Oberösterreicher an die ersten drei vom Wind doch teilweise stark beeinträchtigen Bewerbe in Skandinavien.

Zauner statt Loitzl
Diesmal stehen Einzelspringen am heutigen Freitag (17.00 Uhr) und am Sonntag (13.45) sowie ein Teambewerb am Samstag (16.00) auf dem Programm, das ÖSV-Team kommt mit einer Veränderung nach Tschechien: David Zauner ersetzt Wolfgang Loitzl, der sich in Seefeld mit Stützpunkttrainer Harald Diess genügend Trainingspraxis mit seinem neuem Material holen will. "Durch den Schneemangel war es so, dass ich noch keine Gelegenheit hatte, mein neues Material richtig abzustimmen. Das möchte ich nun in Seefeld nachholen", sagte Loitzl, der 15 bis 20 Sprünge plant.

Die ÖSV-"Adler" sollten - angeführt vom Hattrick-Sieger Andreas Kofler und den beiden Triple-Weltmeistern Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer - am Mittwochabend mit dem Tourbus anreisen. Weiters am Start: Martin Koch und Manuel Fettner.

Kofler punktet teamintern
"Harrachov ist eine Schanze, auf der man sehr gut seine Fliegerqualitäten ausspielen kann, wenn die Wetterverhältnisse mitspielen", glaubt Pointner. Die aktuelle Siegesserie von Kofler hat der guten Teamstimmung keinen Abbruch getan. "Es ist bei weitem nicht mehr so, dass Energie darauf verschwendet wird, dass man den besten Status (im Team, Anm.) hat", sagt Pointner und weist einerseits auf die Persönlichkeits-Entwicklungen von Morgenstern und Schlierenzauer hin, andererseits auf Koflers Naturell: "Andi strahlt von seinem Wesen her so viel Positives und Menschliches aus."

Die Rückenverletzung im Sommer hat sich vielleicht sogar als kleiner Segen für Kofler herausgestellt. "Er hat vom Körperlichen und Physiotherapeutischen her in diesen zweieinhalb Monaten noch einmal alles von Grund auf aufbauen können. Andi hat gelernt, geduldig zu sein und die Regeneration als primäres Ziel zu sehen", berichtete Pointner, der schon vor dieser Serie vermutet hatte, dass Kofler sein wahres Potenzial noch nicht ausgeschöpft hatte.

Der Konkurrenz voraus
Vor der internationalen Konkurrenz ist Pointner jedenfalls nicht bange: "Wir sind Schritte voraus, sind in allen Bereichen sehr gut aufgestellt. Wenn uns jemand näher kommen oder schlagen möchte, und das nachhaltig, da tut sich die Konkurrenz sehr schwer." Dennoch rechnet Pointner, dass rechtzeitig zu den Saisonhöhepunkten wie Vierschanzen-Tournee, Kulm oder Skiflug-WM in Vikersund die Topleute wie auch Simon Ammann ihr höchstes Potenzial ausspielen werden.

ÖSV-Kader für Harrachov: Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Martin Koch, Manuel Fettner und David Zauner.