Team-Gold von

Balsam für die Seele

Machtdemonstration bei 11:1-Kantersieg im Teambewerb - ÖSV wieder auf Kurs

Schladming 2013, Ski-WM, Teambewerb, Österreich © Bild: GEPA/Pranter

Diese Goldene hätte für den ÖSV zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Mit der Machtdemonstration im Teambewerb der Heim-WM in Schladming haben Marcel Hirscher und Co. am Dienstagabend die immer lauter werdende Kritik am rot-weiß-roten "Powerteam" bis auf Weiteres wieder im Keim erstickt. "Team heißt Mannschaft. Und wir haben eben die beste Mannschaft der Welt", stellte Verbandsboss Peter Schröcksnadel inmitten der tobenden Fanmasse genüsslich fest.

Und niemand konnte dem Tiroler widersprechen. Denn mit insgesamt 11:1-Laufsiegen brausten die Österreicher über Slowenien, Deutschland und Schweden hinweg zu Gold.

"Ich bin zu keinem Zeitpunkt dieser WM nervös geworden. Denn abgerechnet wird immer am Schluss", meinte der Tiroler. Mit den bisher eroberten drei Medaillen sei man durchaus "auf Kurs", sein vorgegebenes Ziel von sechs bis acht Trophäen scheint in Griffweite zu sein.

Souveräner Hirscher

Nicht zuletzt dank Marcel Hirscher, der offensichtlich auch die Gabe besitzt, den Druck der Heim-WM in Leistung umzuwandeln. "Wenn man einen wie Marcel in der Mannschaft hat, dann gibt das Sicherheit", meinte Herren-Chefcoach Mathias Berthold, der beim Mannschaftsbewerb als ÖSV-Teamchef fungierte. "Marcel war unglaublich stark und souverän", fügte sein Damen-Gegenüber Herbert Mandl beeindruckt hinzu.

Der Schichtwechsel von den abgereisten Speed-Athleten zu den neu gekommenen Technik-Assen hat frischen Wind ins ÖSV-Quartier Pichlmayrgut gebracht. "Man hat das Gefühl, dass die WM jetzt von Neuem losgeht. Jetzt starten wir so richtig in die WM rein", sagte Berthold voller Optimismus.

Teambewerb hat sich etabliert

Die Skiparty vor 15.500 Zuschauern brachte aber nicht nur die Erkenntnis der ÖSV-Überlegenheit. Denn der Teambewerb scheint nun auch in der Ski-Alpin-Welt endgültig angekommen zu sein. FIS-Renndirektor Günter Hujara, einer der Väter des Teambewerbs, ließ sich von der großartigen Stimmung anstecken und legte im Startbereich sogar ein Tänzchen hin. Danach ließ er wissen, dass es ab 2018 auch bei Olympia um eine Team-Goldene gehen soll.

Hirschers ÖSV-Vertrauenstrainer Michael Pircher fiel ebenfalls ein Stein vom Herzen. "Marcel war unglaublich nervös. Aber das ist meistens ein gutes Zeichen, denn dann ist er schnell", meinte der Schladminger. Vor seiner Anreise nach Schladming hatte Hirscher auf der Turracher Höhe, auf der Reiteralm und daheim in Annaberg bei perfekten Bedingungen und in aller Ruhe trainiert.

Nun Duell mit Ligety

Bis Freitag will sich Hirscher nun fit fürs mit Spannung erwartete Riesentorlauf-Duell mit Ted Ligety machen. "So wie es ausschaut, geht es am Freitag nur um Silber", stapelte Hirscher angesichts von Ligetys Gold-Serie in Schladming tief.

Ein stets präsentes Thema in Schladming ist und bleibt Hermann Maiers via Online-Tagebuch geäußerte Kritik an den Strukturen und Entscheidungsträgern im ÖSV. Schröcksnadel nimmt diese jedoch nicht ernst, da sie nicht persönlich vom "Herminator" an ihn gerichtet wurde. Schröcksnadel bezweifelte, dass Maier diese Zeilen selbst geschrieben hat.

"Wenn der Hermann mir etwas zu sagen hat, dann tut er das persönlich. Und wenn er mir einen Rat geben sollte, dann werde ich natürlich darüber nachdenken", sagte der ÖSV-Chef.

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