Ski-WM von

Was zu Abfahrtsdebakel geführt hat

ÖSV-Herren-Cheftrainer: "Die Burschen haben kleine Fehler gemacht"

Matthias Mayer © Bild: APA/HANS KLAUS TECHT

Die WM in den USA war für Österreichs Speed-Team eine Hochschaubahn der Gefühle. 48 Stunden nach dem Super-G-Triumph von Hannes Reichelt erlebte Rot-Weiß-Rot am Samstag das schlimmste Abfahrts-Debakel der WM-Geschichte. "Die Burschen haben kleine Fehler gemacht, die Bedingungen haben uns aber auch nicht in die Karten gespielt", bilanzierte ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher.

Die Bedingungen seien "sehr schwierig und unterschiedlich" gewesen, betonte der Tiroler angesichts des wechselnden Windes im oberen Teil und der unterschiedlichen Sichtbedingungen. Die Jury hatte in den Morgenstunden noch überlegt, den Start nach unten zu verlegen, sich danach aber dagegen entschieden.

Wetterkapriolen behinderten ÖSV-Abfahrer

Der oberösterreichische FIS-Renndirektor Hannes Trinkl entschuldigte sich deshalb am Samstagabend explizit bei Georg Streitberger, Dominik Paris und Beat Feuz. "Diese drei Athleten hatten wirklich Pech mit dem Wind, das tut uns leid." Umso bemerkenswerter ist daher die Leistung von Feuz, der trotzdem zu Bronze fuhr.

"Wir waren top vorbereitet, und die Läufer waren auch in guter Form. Sonst wären sie ja in den Trainings nicht so weit vorne dabei gewesen", meinte Puelacher bei seiner Ursachensuche. Im ersten Training waren gleich vier Österreicher in den Top-Neun gelandet, im zweiten Training waren es dann immerhin zwei ÖSV-Athleten in den Top-Sechs gewesen.

Unverständliches Pech

"Wir waren vollauf überzeugt, dass es gut funktionieren wird", meinte Puelacher. Davon war man dann aber im WM-Showdown weit entfernt. Matthias Mayer wurde Zwölfter, Hannes Reichelt 13., Max Franz 19. und Streitberger 29.. Ganz auf einen grünen Zweig gekommen ist Puelacher trotz der Mischung aus Fehlern und Wetterpech noch nicht: "Dass wir so weit weg waren, das ist schon ein bisschen unverständlich."

Topfvoriten wie Kjetil Jansrud oder Paris ging es nicht besser, der Norweger wurde 15., der Italiener sogar auf Platz 23 durchgereicht. Dass es unterm Strich eine historische Pleite wurde, machte den Ärger von Puelacher nicht entscheidend größer. "Bei einer WM geht es um Medaillen. Erster, Zweiter, Dritter, alles andere zählt nicht. Ob ich dann Achter oder 25. werde, ist eigentlich egal."

Steirer führte Küng zum Sieg

Mit Sepp Brunner hatte am Samstag aber auch ein Österreicher großen Grund zur Freude. Der Steirer ist Cheftrainer der Schweizer Speed-Herren, die mit Patrick Küng und Feuz die Medaillen in Gold und Bronze abräumten. "Die Goldmedaille vom Patrick war auch für mich eine Überraschung. Aber er hat seine Leistung, die er in den Trainings immer wieder gezeigt hat, diesmal eben im Rennen umgesetzt. Und genau um das geht's bei einem Großereignis", sagte der 56-Jährige.

Ski-WM: Patrick Küng feiert seinen Abfahrtssieg.
© APA/HANS KLAUS TECHT Patrick Küng freut sich über seinen Sieg.

Brunner betonte aber, dass er auf das komplette Schweizer Quartett sehr stolz sei. Schließlich landeten auch Carlo Janka (Neunter) und Didier Defago (Elfter) im Spitzenfeld. "Alle vier sind so gefahren, wie das bei einer WM sein soll: Voller Angriff auf die Medaillen, um nichts anderes geht es."

Ein Sonderlob gab es von Brunner aber auch an die Serviceleute von Salomon (Feuz) und Head (Feuz). "Es ist ungemein viel wert, wenn das Material funktioniert. Wenn das nicht passt, dann kann der Athlet machen was er will", weiß Brunner.

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