Ski-Weltcuprennen von

"Vollgaspartie" in Beaver

Im zweiten Saison-RTL hoffen ÖSV-Fahrer wieder auf Podestplatz

Ski-Weltcuprennen - "Vollgaspartie" in Beaver © Bild: GEPA/Walgram

Sechs Wochen nach dem Gletscherauftakt in Sölden steht heute in Beaver Creek (17.45/20.45 Uhr) der zweite Saison-Riesentorlauf der Herren auf dem Programm. Zwei Tage später geht wegen der Absage in Val d'Isere gleich noch einer auf demselben Gelände über die Bühne. Nicht gerade zur Freude von Marcel Hirscher und Philipp Schörghofer, die wie Weltmeister und Vorjahressieger Ted Ligety (USA) lieber auf ganz steilen Hängen fahren.

Hirscher und Schörghofer trainieren bereits seit rund zwei Wochen in den USA und haben dort auch mehrere FIS-Testrennen bestritten. Einen überlegenen Sieg von Hirscher inklusive. Fast genauso wichtig war aber, sich auf der extremen Höhe Colorados das Training gut einzuteilen. "Insgesamt war aber alles sehr positiv", erklärte Hirscher, der in Sölden mit Platz sechs stark von seiner Verletzung zurückgekehrt war.

"Es ist schon vieles wieder in Fleisch und Blut übergegangen", freute sich der 22-Jährige auf die "Vollgaspartie" heute in Colorado, die er trotz des relativ flachen Zielhanges im Vorjahr als Dritter beendet hat. "Wie das gegangen ist, weiß ich bis heute nicht", schmunzelte der Salzburger und bedauerte die Absage in Frankreich. "Denn Val d'Isere ist mein Lieblingsberg."

Großer Favoritenkreis
Der Sölden- und WM-Dritte Schörghofer glaubt, das richtige Rezept zu kennen. "Hier braucht es die richtige Mischung zwischen Attacke und Linie. Der Favoritenkreis ist auf dem flachen Hang sicher größer als sonst", war der 28-jährige Salzburger überzeugt, aber auch zuversichtlich. "Meine Form stimmt. Ich werde alles riskieren und versuchen, wieder auf das Stockerl zu fahren."

Schörghofer (3.), Hirscher (6.) und Romed Baumann (11.) waren in Sölden stark gefahren, viel erwartet sich Gruppentrainer Andreas Puelacher aber auch schon wieder von Benjamin Raich. Der 33-jährige Allrounder kämpft nach seinem Kreuzbandriss offenbar erfolgreich gegen den Trainingsrückstand an.

"Im Training hatten wir eine Steigerung vor allem bei Benni. Er hat wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht", freute sich Puelacher und traut dem Tiroler, in Sölden 19., viel zu. "Das Podest zwar noch nicht, das würde mich überraschen. Aber für die Top Ten ist er ein Thema."

Alle Augen auf Pinturault
Favorit ist bei seinem Heimrennen und nach seinem Vorjahressieg natürlich Weltmeister Ligety. Besonders stark eingeschätzt werden aber auch die Franzosen. Allen voran der erst 20-jährige Alexis Pinturault, der sich in Sölden nur Ligety geschlagen geben musste.

Puelacher kennt die gesamte Franzosen-Truppe aus seiner Europacupzeit. "Dort wird im technischen Bereich schon seit fünf, sechs Jahren hervorragend gearbeitet. Deshalb haben sie nun eine kompakte, junge Mannschaft."

Unbekümmert wie der junge Hirscher
Den zweifachen Junioren-Weltmeister und überlegenen Europacup-Gesamtsieger Pinturault beobachtet Puelacher seit mehreren Jahren. "Der kommt mir so ähnlich vor wie seinerzeit der ganz junge Hirscher. Er fährt unbekümmert drauflos und ist zudem technisch sehr gut ausgebildet", so Puelachers Urteil über den jungen Hotelierssohn aus Moutiers. Puelacher ist überzeugt: "Alexis wird in mehreren Disziplinen gut. Wenn er gesundbleibt, wird er eine ganz große Nummer."

Gefährdet war der Start von Christoph Nösig. Der 26-jährige Tiroler hat so große, bereits ins Bein ausstrahlende Rückenprobleme, dass er eine MR-Untersuchung in der Steadman-Klinik in Vail absolvierte. Das ÖSV-Team hatte aus Nordamerika bereits Mario Scheiber und Stephan Görgl (bereits operiert) wegen Rückenproblemen zurück in die Heimat schicken müssen.

Das ÖSV-Team für den heutigen Beaver-RTL: Benjamin Raich, Hannes Reichelt, Romed Baumann, Marcel Hirscher, Philipp Schörghofer, Christoph Nösig, Matthias Mayer, Bernhard Graf