Ski-Weltcup von

Speed-Triple in Lake Louise

Zwei Abfahrten und ein Super-G. Lindsey Vonn hat drei Sieg zu verteidigen.

Lindsey Vonn beim Training für die Abfahrt in Lake Louise © Bild: Reuters/Blake

2011 hat Lindsey Vonn in Lake Lousie groß abgeräumt und das Triple geholt. 2012 wäre die US-Amerikanerin schon mit drei Podestplätzen zufrieden, wenn heute und morgen die Abfahrt ruft, am Sonntag noch der Super-G wartet. Für die Konkurrenz klingt das tiefgestapelt, für sie ist die Siegerin von bereits elf Weltcuprennen im kanadischen Rocky-Mountains-Ort nach der überstandenen kräftezehrenden Krankheit die absolute Topfavoritin auf Rang eins in allen Speed-Rennen. Aus dem ÖSV-Team ruhen die Hoffnungen auf Spitzenplätze nach den Trainingsleistungen auf Elisabeth Görgl, Anna Fenninger und die überraschend starke Regina Sterz.

"Ich hatte einen sehr schwierigen Start in die Saison. Nach der Krankheit ist diese Woche der echte Start für mich. Ich bin sehr glücklich, dass ich hier bin. Hoffentlich kann ich drei gute Rennen fahren und Vollgas geben. Und hoffentlich habe ich die Kraft, dreimal aufs Podest zu kommen", sagte die 28-jährige Vonn, der es "jeden Tag besser geht". Sie sei noch nicht hundertprozentig fit, aber fast. Vonn hatte sich vom Essen eine schmerzhafte Darminfektion zugezogen, sie war zwei Tage im Krankenhaus und lag zehn Tage im Bett.

Gelingt Vonn das Abfahrts-Double in Lake Louise, würde sie mit der Schweizerin Vreni Schneider gleichziehen, die 55 Weltcuprennen gewonnen hat. Und dann würden ihr nur noch sieben auf die Allzeit-Bestmarke von Annemarie Moser-Pröll (62) fehlen.

Elf Siege in Lake Louise
Vonn hat in ihrer Karriere bisher bereits elfmal in Lake Louise gewonnen, neunmal in der Abfahrt (2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2009, 2011, 2011) und zweimal im Super-G (2010, 2011). "Das ist mein Heimrennen, ich fühle mich hier total wohl, auf dieser Strecke ist alles perfekt für mich", meinte die vierfache Weltcup-Gesamtsiegerin. "Sie weiß, wie sie die Hebel auf dieser Strecke auszunützen hat", erklärte Fenninger, für die kein Weg an Vonn vorbeiführt: "Ich glaube nicht, dass Lindsey zu biegen ist. Wir anderen matchen uns dahinter."

Wie es sich anfühlt, gegen Vonn in Lake Louise zu gewinnen, das weiß Maria Höfl-Riesch. Vor zwei Jahren triumphierte die Deutsche in beiden Abfahrten. "Vergangenes Jahr hat sie aber noch einmal ein Schäuferl zugelegt, da war sie in Abfahrt und Super-G die unantastbare Nummer eins", sagte Höfl-Riesch. Sie selbst war nach einem zweiten und einem dritten Platz in den ersten beiden Trainings zufrieden. "Es ist natürlich für das Rennen ein Vorteil, wenn man gleich eine gute Linie findet und sich nicht erst herantasten muss. Mein Ziel ist das Podium, oft genug ist es kaum möglich zu gewinnen, weil Lindsey so dominant ist. Aber ab und zu gelingt es doch."

Geheimfavoritin Regina Sterz
Möglicherweise muss man am Freitag lange warten, bis man an vorderster Front Sicherheit über den Rennausgang haben wird. Denn die mit hoher Startnummer kommende Tirolerin Sterz zeigte im Training als Fünfte und Zweite auf. "Am Donnerstag war eine erneute Steigerung da, ich hatte auch einen guten Ski und eine gute Fahrt. Ich werde wie immer mein Bestes geben und hoffe, dass ich vorne reinfahren kann", meinte die 27-Jährige, die wegen ihrer harten Fahrweise auf aggressiven Schnee normalerweise nicht so gut zurecht kommt, dieses Mal aber besonders viel Augenmerk auf die Materialabstimmung gelegt hat.

Wegen der Reglementänderungen testeten viele Läuferinnen in den Trainings Material, auch Görgl feilt noch am perfekten Setup. "Meine schnellen Ski darf ich nicht mehr fahren, jetzt muss ich mir neue suchen. Ich bin aber zufrieden, ich habe mich zuletzt schon wohler gefühlt und es hat Spaß gemacht", sagte die Doppel-Weltmeisterin von 2011, die im Jänner die Weltcup-Abfahrt in Bad Kleinkirchheim gewonnen und damit auch eine jener selten zu bekommenen Chancen genützt hat, Vonn zu schlagen.

Fenninger hofft aufs Wetter
Fenninger hat im Training "die Rennlinie noch nicht ganz ausgereizt", sie hofft auf gutes Wetter: "Wenn es ein faires Rennen wird, ist Lake Louise eine gute Strecke für mich. Der Super-G hier taugt mir sowieso extrem. Und in der Abfahrt weiß ich auch, was ich zu tun habe, dass ich schneller werde. Daran arbeite ich." Die Salzburgerin wurde im vorigen Jahr Zweite im Super-G und kam 2009 und 2010 in dieser Disziplin jeweils auf den vierten Platz.

Viel Arbeit hat auch Nicole Schmidhofer investiert, die im Frühjahr aus dem Kader gefallen ist. "Ich habe im April nicht verstanden, warum das so ist. Ich habe dann auf Eigenkosten trainiert und war bei der Vorbereitung der Weltcup-Mannschaft nicht dabei. Dass ich jetzt im Training zweimal unter die besten 20 komme, ist unerwartet. Wenn ich die Trainingsleistungen umsetze und gute Läufe runterbringe, dann kommen die Ergebnisse von selbst. Ein Top-Ten-Platz würde mir schon ganz gut gefallen."

Kommentare