Ski Weltcup von

Shiffrin peilt im Kühtai-
Slalom Podestplatz an

Olympiasiegerin hat Material- und persönliche Einstellung erneuert

Mikaela Shiffrin in Kühtai © Bild: APA/EPA/Georg Hochmuth

Mit dem Slalom im Kühtai wird heute (10.00/13.00 Uhr live ORF 1) auch bei den Damen das alpine Ski-Jahr 2014 abgeschlossen. Dabei kämpft vor allem Mikaela Shiffrin um die Rückkehr auf das Podest. Die Amerikanerin hat ausgerechnet in der Saison ihrer Heim-WM im Februar in Vail/Beaver Creek noch keinen Top-drei-Platz in der Disziplin geschafft, in der sie Weltmeisterin und Olympiasiegerin ist.

Zwar hat Shiffrin beim Saisonstart in Sölden gleichauf mit Anna Fenninger erstmals einen Riesentorlauf gewonnen, seitdem aber bis zu Platz drei diesen Sonntag im "Riesen" von Kühtai keinen Podestplatz auf der Habenseite stehen. Nach Sölden war sie mit hohen Erwartungen, aber falschen Schuhen und Jetlag zum Levi-Slalom gekommen. Nach Platz elf in Finnland trat prompt eine Verunsicherung ein, eine Bauchgrippe kostet sie dann rund um Aspen zudem fünf Kilo Körpergewicht.

Das alles hatte den sonst so selbstbewussten Teenager sichtlich verunsichert. "Sie ist erst 19", verwies Atomic-Rennchef Christian Höflehner auf das Alter der Amerikanerin. Dass Shiffrin im Gegensatz zum Markenkollegen und Extrem-Tüftler Marcel Hirscher womöglich auch zu lange auf Altbewährtes vertraut hat, wurde zuletzt in einem einwöchigen Training in Santa Caterina behoben. Nun fährt sie mit neuen Schuhen, neuen Ski und neuer Einstellung.

Neue Einsicht

"Ich will jetzt hauptsächlich Spaß haben. Auch hier am Montag im Kühtai", denkt die erfolgsverwöhnte Shiffrin nicht mehr in Ergebnissen und gestand: "Nach Sölden habe ich gedacht, es geht so weiter. Aber es ist nicht immer so leicht, wie man denkt." Helfen soll nun auch ein neues, besser zu Shiffrins Fahrstil passendes Ski-Modell. "Es ist geschmeidiger zu fahren und hat trotzdem Punch", erklärte Höflehner im Kühtai.

Nach den Plätzen elf (Levi), fünf (Aspen) und vier (Aare) soll es am Montag für Shiffrin endlich auch im Slalom wieder auf das Podium gehen. Höflehner ist überzeugt: "Wenn sie nur annähernd so fährt wie in Italien, ist viel zu erwarten."

Hosp kennt Hang bestens

Allerdings wird der Kühtai-Slalom sehr auf der flachen Seite sein. Österreichs Slalomdamen werden nach dem Rücktritt von Marlies Schild derzeit von Aspen-Siegerin Nicole Hosp angeführt. "Es ist für mich ein Hang der Innovationen", mente die Tirolerin. "Dort habe ich in den letzten Jahren immer wieder trainiert und getestet. Dort hab ich mich auch für Fischer entschieden. Ein gutes Omen."

Für Bichlbacherin ist ein Heimrennen beinahe mit einer Heim-WM zu vergleichen. Ein Slalom-Heimsieg käme überraschend, denn neben der zurückgetretenen Schild im Vorjahr in Lienz hat in diesem Jahrzehnt nur Michaela Kirchgasser 2012 in Schladming einen Heimerfolg geschafft.

Kampf um WM-Tickets

Im Kampf um die WM-Tickets ist deshalb noch vieles offen, auch Carmen Thalmann hat als Siebente in Schweden zuletzt stark aufgezeigt. Hosp, Zettel und Kirchgasser haben bisher die stärksten Leistungen gezeigt, nach Kühtai stehen mit Zagreb und Flachau aber noch zwei Rennen auf dem Programm.

Aktuellste Slalomsiegerin ist Maria Pietilä-Holmner, die zuletzt in Aare ihren zweiten Weltcupsieg gefeiert hat. Die Schwedin hat alle Slaloms des Jahres 2014 in den Top Acht beendet, ein größeres Konstanz-Wunder ist nur noch ihre Landsfrau Frida Hansdotter, die das wie Shiffrin sieben Mal geschafft hat.

RTL-Siegerin Hector bleibt bescheiden

Die "Hanstochter" hat zudem als einzige alle drei Saisonslaloms auf dem Podium beendet. Ihr zweiter Weltcupsieg nach bereits elf zweiten Plätzen wäre hoch verdient und würde die aktuelle Stärke der Schwedinnen nur unterstreichen. RTL-Premierensiegern Sara Hector blieb aber beschieden: "Ich wäre froh, wenn ich im Slalom die Qualifikation schaffe."

Auch Weltcup-Leaderin und Levi-Siegerin Tina Maze zählt zu den Mitfavoritinnen. Sie würde mit ihrem fünften Slalomsieg den slowenischen Rekord von Spela Pretnar and Urska Hrovat egalisieren.

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