Ski-Rennen schon bald nicht mehr im ORF? Aufweichung der Exklusiv-TV-Rechte geplant

Künftig ist Vergabe von Parallel-Rechten angedacht Umfrage: Würden Sie für Skirennen im TV bezahlen?

Ski-Rennen schon bald nicht mehr im ORF? Aufweichung der Exklusiv-TV-Rechte geplant

Der Österreicher liebster Fernsehsport - der alpine Skirennsport - könnte bald auch verschlüsselt, etwa beim Pay-TV-Sender Premiere, zu sehen sein. Bereits ab der kommenden Saison ist eine Aufweichung der Exklusiv-Rechte des ORF am Ski-Weltcup vorgesehen, berichtete Carsten Schmidt, Vorstand für Sport und New Business der Premiere AG. Geplant sei die Vergabe von Parallel-Rechten - diese Vereinbarung bedarf aber noch der Genehmigung durch das Kartellgericht.

Ab 2010 sollen die Rechte "in einem transparenten und diskriminierungsfreien Verfahren für die Saisonen nach 2011/12 neu ausgeschrieben werden", so Schmidt gegenüber der APA. Die Dauer der neuen Lizenzperiode soll mit maximal drei bis fünf Saisonen deutlich kürzer ausfallen - bisher hatten ORF und Skiverband ÖSV einen Zehn-Jahres-Vertrag. Bei der Neuausschreibung sollen die Rechte - ähnlich den neuen Fußball-Bundesliga-Rechten - in Form von Paketen vergeben werden, hieß es dazu aus dem ORF.

Premiere zeigt sich interessiert
Premiere hat bereits seit längerem Interesse an den Ski-Rechten angekündigt. Für den Privatsender ATV, der unlängst die Rechte für die Fußballberichterstattung an den ORF abgetreten hatte, ist das ebenfalls "eine sehr interessante Option". ATV begrüßte gegenüber der APA die geplante "Aufweichung der Exklusivrechte" ausdrücklich und kündigte Interesse an einzelnen Exklusiv-Paketen an. Eine Parallelübertragung mit dem ORF käme für den Privatsender allerdings nicht in Frage.

Vorausgegangen ist den geplanten Neuerungen bei den Ski-TV-Rechten eine Beschwerde des Pay-TV-Unternehmens Premiere bei der Bundeswettbewerbsbehörde. Im Jahr 2005 beschwerte sich Senderchef Georg Kofler über den TV-Rechte-Vertrag im alpinen Skirennsport, der seiner Ansicht nach "EU-Wettbewerbsrecht und gängiger Vergabepraxis solcher Kernrechte fundamental widerspricht". Kofler stieß sich vor allem an der langen Dauer des Vertrags und daran, dass er ohne Ausschreibung zu Stande gekommen sei.

Rotes Tuch für Schröcksnadel
Ob und inwiefern Premiere künftig bei der Ski-Weltcup-Übertragung zum Zug kommt, wird sich zeigen. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel dürfte jedenfalls von den Neuerungen nicht unbedingt begeistert sein. Im APA-Interview hatte er seinerzeit einen Rechtevertrag mit Premiere ausgeschlossen, selbst wenn "eine Klage ergibt, dass wir mit dem ORF keinen langfristigen Vertrag machen dürfen." (apa/red)