Fakten von

Reichelt und Franz mit kleinen
Nachdenkpausen auf der Streif

Drei von fünf Sturzopfern von 2016 heuer nicht am Start - Reichelt: "Richtung Traverse war es spezielles Gefühl" (Von Birgit Egarter/APA aus Kitzbühel)

Zwei der fünf vergangenes Jahr auf der Kitzbühler Streif so folgenschwer gestürzten Rennläufer haben am Mittwoch das erste Training für die Weltcup-Abfahrt am Samstag absolviert. Hannes Reichelt und Max Franz legten bei der Besichtigung von Hausbergkante und Schrägfahrt eine kleine Nachdenkpause ein. Die Stürze sind aber aufgearbeitet und die ÖSV-Stars bereit für den Klassiker.

Der derzeit wegen einer Überreizung im Knie pausierende Georg Streitberger kam als Zuschauer zum Hahnenkamm, Florian Scheiber kehrte nach dem Streif-Sturz nicht ins Weltcupgeschehen zurück, er hat seine Karriere mittlerweile beendet. Der Norweger Aksel Lund Svindal leidet noch an den Nachwirkungen des Sturzes, bei dem er sich Kreuzband und Meniskus im rechten Knie riss und einen Knorpelschaden zuzog. Zwar gab er in diesem Winter ein starkes Comeback, musste wegen eines Meniskusschadens aber nun neuerlich operiert werden und die WM-Saison vorzeitig beenden.

Franz war 2016 gleich im ersten Training gestürzt, hatte sich Verletzungen an Knie, Hand und Sprunggelenk zugefügt. Heuer zählt er nach seinem Gröden-Sieg in Kitzbühel sogar zum engsten Favoritenkreis. "Das ist schön, aber ich weiß, was ich noch zu tun habe. Ich will da runter gewinnen, es wäre cool, wenn ich die Erwartungen erfüllen würde." Ganz wichtig sei aber der nötige Respekt: "Du darfst da herunter keinen Moment unaufmerksam sein, dann bist du der erste Verlierer. Du brauchst Respekt, sonst bekommst einen Arschtritt und bist weg vom Fenster."

Als er am Mittwoch bei der Besichtigung an die Hausbergkante gekommen sei, dachte er zurück. "Ich habe mir das angeschaut und gedacht, wie blöd hast du da letztes Jahr ..... Unglaublich", weiß der Kärntner, dass ein Fahrfehler zum Sturz geführt hatte. Während des nun erfolgten ersten Trainings habe er "ein bisserl Platz gelassen", das sei dann aber zu viel gewesen, er habe zu viel Zeit verloren. Denn eigentlich wisse er ohnehin, was er zu tun hat. "Das Skifahren funktioniert, ich stehe gut drauf. Das hilft, aber du musst trotzdem Vertrauen auf der Strecke aufbauen, zu den Geräten, zu dir selber."

Reichelt hatte bei seinem Sturz im Vorjahresrennen eine Knochenprellung im linken Knie erlitten und gab schon in Garmisch-Partenkirchen sein Comeback. Die Erinnerungen an seinen Abflug ins Netz kamen am Mittwoch zurück. "Richtung Traverse war es ein spezielles Gefühl heute. Das ist, wie wenn du an eine Autobahnabfahrt kommst, an der es dich irgendwann mit dem Auto überschlagen hat. Wenn das deine Hausstrecke ist und du das nächste Mal, wenn du aus dem Krankenhaus zurück bist, hin kommst, wirst du gleich wesentlich langsamer reinfahren."

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