Ski-Ort Panorama in kanadischer Wildnis:
"ÖSV-Löwinnen" fühlen sich besonders wohl

Quartett Triendl, Köhle, Streng und Brem optimistisch "Können im ÖSV-Team von den Besten viel lernen"

Ski-Ort Panorama in kanadischer Wildnis:
"ÖSV-Löwinnen" fühlen sich besonders wohl

Panorama in Kanada, wo der Alpin-Weltcup mit zwei Damenrennen ein Comeback feierte, liegt zwei Autostunden südwestlich von Lake Louise und damit bereits in British Columbia. Eigentlich im Herzen der Kootenay Rockies. Einem Gebiet so groß wie Österreich und nur 200.000 Bewohnern, aber dafür jeder Menge Bären, Elche, Wölfe und Pumas. Kein Wunder, das sich vier junge "ÖSV-Löwinnen" hier besonders wohl fühlen.

Die vier Tirolerinnen Kathrin Triendl (20), Stefanie Köhle (21), Simone Streng (20) und Eva-Maria Brem (19) bilden ein Quartett, das für kommende Erfolge sorgen soll. Noch hat keine einen Fixplatz über den Europacup, dennoch wollen sie sich auf der Weltcupbühne behaupten.

Heimelig fühlten sie sich in Panorama auch in einer anderen Beziehung: "Ruhig wie beim Europacup", so das Quartett unisono über das Rennen in der Abgeschiedenheit der kanadischen Wildnis, in der vom Österreicher Hans Gmoser das Helikopter-Skifahren erfunden worden ist und in dem heute 47 Heli-Unternehmen tätig sind.

Neue Slalompiste "Heuschnupfen"
Auch der Riesentorlauf-Hang weckte gute Erinnerungen, obwohl er bei der Hangbefahrung in der von den Schneekanonen erzeugten Riesenwolke kaum zu sehen war. "Solch leichte Pisten findest du oft im Europacup, im Weltcup eher selten", wunderte sich Brem über die Strecke, die bezeichnenderweise "Oldtimer" heißt. Die neue, etwas steilere Slalompiste wurde, warum auch immer, "Heuschnupfen" (Hay Fever) getauft.

Köhle wäre trotz ihrer Jugend etwas Anspruchsvolleres lieber. Die Fliesserin hat beim Weltcup-Debüt im Sölden-RTL auf Anhieb Platz 24 belegt. "Natürlich habe ich es lieber, wenn es schwierig ist. Aber das Ziel bleibt das gleiche, nämlich die Qualifikation zu schaffen und Weltcup-Punkte zu holen." Dem stärksten Team aller Zeiten anzugehören, ist den Mädchen eine Ehre. "Wir können von den Besten brutal viel lernen und die arrivierten Läuferinnen helfen uns überall", meinte Brem.

Demnächst werden Köhle und Co. in Winterpark trainieren und dort Kontinentalrennen fahren. Das Rocky-Mountain-Ressort in den USA ist im Vergleich zu Panorama fast schon eine Autobahnraststelle. Denn wer von Calgary in das 18 km vom 4.000-Seelen-Ort Invermere (dort wurde die öffentliche Startnummern-Auslosung abgewickelt) liegende Panorama will, muss stundenlang durch einsamste Natur, und das ohne Handy-Empfang. Vor allem bei derzeitigen Temperaturen um die 20 Grad minus tut man da gut, ein "fittes" Auto zu haben.

Warnungen vor Pumas
2006 gab es im Kootenay-Nationalpark 14.000 KFZ-Unfälle mit Wildtieren. In Panorama hängen während des Weltcup-Wochenendes Warnhinweise vor Pumas, die erst kürzlich in der Gegend gesehen worden sind. Vor einigen Jahren war unweit eine Langläuferin von so einem Berglöwen getötet worden, Snowboarder berichten regelmäßig, dass sie von Pumas auf der Piste gejagt wurden. In Panorama hat diesen Sommer ein Mountainbiker die Begegnung mit einem Bären nicht überlebt. Es war die erste tödliche Bären-Attacke seit sieben Jahren in der Region.

"Da bleib ich lieber daheim auf dem Zimmerfahrrad", scherzte Marlies Schild, die sich in Kanada aber durchaus heimisch fühlt. Familie Schild war vor Jahren mit der damals elfjährigen Marlies drei Wochen durch diese kanadische Wildnis gezogen und hatte im Zelt campiert. "Wir mussten wegen der Bären die Rucksäcke mit dem Essen auf Bäume hängen. Gesehen haben wir auch welche. Gott sei Dank aber nur von weitem."

(apa/red)