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Heiße Weltcup-Phase beginnt

Der Start in den entscheidenden Weltcup-Jänner erfolgt mit den Slaloms in Bormio

Auch für Marcel Hirscher beginnt die heiße Weltcup-Phase. © Bild: GEPA pictures/ Wolfgang Grebien

Nach den wetterbedingten Absagen in München und Zagreb beginnt mit den nach Bormio verlegten Weltcup-Slaloms für die Alpinskifahrer die heiße Phase des Olympia-Winters. Der Jänner ist traditionell der vorentscheidende Weltcupmonat, danach folgt mit den Spielen in Sotschi der Saison-Höhepunkt. Am Sonntag bestreiten die Damen einen Tagslalom, die Herren am Dreikönigstag ein Flutlichtrennen.

Für Österreich sollte es ein guter Start ins Neue Jahr werden, denn der Slalom ist die bisherige ÖSV-Parade-Disziplin. Bei den Damen hat Marlies Schild in Courchevel und Lienz und damit zwei der bisher drei Saisonrennen gewonnen. Bei den Herren haben Marcel Hirscher (Levi) und Mario Matt (Val d'Isere) dafür gesorgt, dass Österreich nach erst zwei Bewerben im Stangenwald mit blütenweißer Weste da steht.

Speziell die Absage in Zagreb ist für die Slalom-Asse bitter, dort hätte es eines der höchsten Preisgelder der Saison gegeben. Zudem wartet nun eine kurvenreiche Autofahrt in den zweifachen WM-Ort (1985 und 2005) in den norditalienischen Bergen. Möglich geworden war das Einspringen des traditionell ausgebuchten Urlauberortes, wo vor dem Jahreswechsel die Herrenabfahrt über die Bühne gegangen ist, weil sich die Weihnachtsferien dem Ende zu neigen.

Damen auf Kurzbesuch

Trotzdem müssen die Damen heute so spät wie möglich anreisen und gleich in der Früh vor ihrem Rennen (9.30/12.30 Uhr) die Zimmer wieder räumen, um den Herren Platz für deren Flutlichtrennen am Montag (14.45/18.10 Uhr) zu machen. Zumindest einige ÖSV-Asse könnten sich den automobilen Kurvenwahnsinn nach Bormio ersparen. Marcel Hirscher, Mario Matt, Reinfried Herbst und Manfred Pranger sollen am Sonntag per Helikopter nach Bormio geshuttelt werden, allerdings sind die Wetteraussichten nicht optimal.

Die ÖSV-Damen trainierten zuletzt am Pass Thurn. Für sie geht im Slalom die Qualifikation für Olympia in die entscheidende Phase. Während die beiden Schild-Schwestern Marlies und Bernadette sowie Kathrin Zettel ihre Plätze sicher haben sollten, werfen Nicole Hosp und Michaela Kirchgasser ihre Qualitäten als Kombiniererinnen ins Rennen. Damit ist für Alexandra Daum, Carmen Thalmann und Christina Ager im Kampf um einen Olympia-Startplatz auch unabhängig von der endgültigen Sotschi-Quote die Luft schon sehr dünn. Bormio ist zudem die bereits vorletzte Chance, danach zählt nur noch Flachau am 14. Februar für Olympia.

Fünf Herrenslaloms im Jänner

Bei den Herren geht es hingegen wie üblich mit gleich fünf der insgesamt neun Saisonslaloms alleine im Jänner erst so richtig los. Die beiden Saisonsieger Hirscher und Matt sind punkto Sotschi unantastbar. Benjamin Raich, der in Bormio vor neun Jahren fünf WM-Medaillen gewonnen hat, darunter Gold im Slalom und Kombination, hat nach den Plätzen acht (Levi) und neun (Val d'Isere) nominell sehr gute Karten. Allerdings ist der Tiroler am Rücken bedient und konnte vor Bormio nicht mehr trainieren. Raich wollte aber dennoch starten.

Auch Reinfried Herbst (13. und 12.) und Wolfgang Hörl (36/11) haben im Slalom zumindest schon "angeschrieben". Für Junioren-Weltmeister Manuel Feller (56./out) und Ex-Weltmeister Manfred Pranger (60./out) wird der Jänner aber zur Nagelprobe. Ihre Hoffnung: Mit Bormio, Adelboden, Wengen und Kitzbühel warten gleich vier weitere Olympia-Chancen, damit sind eigentlich alle ÖSV-Slalomfahrer noch im Rennen.

Während sich seine Teamkollegen in Lienz auf Bormio vorbereiten, absolvierte Marcel Hirscher seine Trainingseinheiten auf der Reiteralm. Um den Jahreswechsel sei ihm erst so richtig bewusst geworden, dass 2013 "sicher das unglaublichste Jahr in meinem bisherigen Leben" war, schrieb der Slalom-Weltmeister aus Salzburg auf seiner Website.

Hirscher freut sich auf intensive Wochen

Für den zweifachen Weltcup-Gesamtsieger, der alleine für drei der bisher vier ÖSV-Saisonsiege bei den Herren gesorgt hat, hat daher am Neujahrestag 2014 ein 74-Tage-Countdown bis zum Weltcupfinale begonnen. Ein "Powerprogramm", das Hirscher aber durchaus gefällt. "Ich bin durch die Erfolge gelassener geworden. Auch deshalb, weil es gelungen ist, den Flow in die aktuelle Saison mitzunehmen. Und sicher auch, weil wir noch vor Weihnachten beim Material-Setup noch einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht haben."

Für Hirscher spricht, dass der Jänner technik-lastig ist und die 195 Punkte Rückstand auf den Gesamtleader Aksel Lund Svindal ein eher verfälschtes Bild darstellen. Er freue sich deshalb, dass es nun endlich mit Rennen weitergehe. "Die hohe Frequenz taugt mir. Ich weiß, dass es vom Jahresanfang bis zum Weltcupfinale in Lenzerheide noch 74 Tage sind. Anfühlen wird es sich wie viel, viel weniger."

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