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"Ziele gehen mir sicher nicht aus"

Weltcup, WM, Abfahrtssieg - Raich und Schild vor ereignisreicher Saison

© Video: NEWS.AT

Gesamtweltcup, Heim-Weltmeisterschaft in Schladming und der erste Abfahrtssieg der Karriere. "Die Ziele gehen mir sicher nicht aus", erklärte ÖSV-Star Benjamin Raich fast 17 Jahre nach seinem Weltcupdebüt in Wien. Und das, obwohl der Pitztaler schon fast alles gewonnen hat, was es zu holen gibt: zweimal Olympia-Gold, drei WM-Titel, eine große und sechs kleine Weltcup-Kristallkugeln, 36 Weltcup-Siege in vier Disziplinen.

Jetzt schielt Raich auch Richtung Erfolg in der fünften Disziplin. "Ein Sieg in der Abfahrt fehlt mir noch. Ich habe mich deshalb in dieser Disziplin auch intensiver vorbereitet", berichtete Raich. Seine besten Karriereplatzierungen in der Abfahrt waren Rang zehn 2006 in Kitzbühel und Platz fünf beim Weltcup-Finale 2012 auf der kommenden WM-Strecke in Schladming.

"Da hat man gesehen, dass etwas möglich ist", erklärte Raich. Den Abfahrtsschwerpunkt hat Raich beim ÖSV-Sommercamp in Portillo/Chile gelegt, seine technischen Paradedisziplinen kamen aber in Ushuaia/Argentinien ebenfalls nicht zu kurz.

Tipps von Walchhofer
Um seinen Abfahrts-Traum zu verwirklichen, greift Raich auch auf das Know-how von Österreichs langjähriger Nummer eins Michael Walchhofer zurück. "Walchi war gleich Feuer und Flamme von meiner Idee. Wir diskutieren über Material, Technik, Kurvengefühl und analysieren Videos", berichtete Raich. Als Teil seines Trainerteams könne man den Salzburger aber nicht bezeichnen. "Er liefert zusätzlichen Input."

Gute Abfahrtsergebnisse kämen Raich natürlich auch bezüglich seiner Ambitionen im Gesamt-Weltcup sehr gelegen. "Natürlich ist der Gesamt-Weltcup ein Ziel. Ich fahre alle fünf Disziplinen, damit ist die Basis gelegt. Aber man muss abwarten, ob man gesund bleibt und wie es läuft. Es klingt zwar langweilig, aber man muss von Rennen zu Rennen schauen. Anders geht es nicht", sagte Raich, der sich je nach Situation aber auch die eine oder anderen Rennpause gönnen wird.

Raichs Körper in Topform
Körperlich fühlt sich Raich trotz vieler hundert Rennstarts und Trainingstage in seiner Karriere blendend. Auch das linke Knie macht rund eineinhalb Jahre nach einem Kreuzbandriss keine Probleme. "Ich fühle mich im Vergleich zu vor zehn Jahren sogar deutlich besser, ich habe keine Probleme mit dem Rücken und den Knien. Es läuft alles sehr gut", so Raich.

Seit 2004 ist Uniqa persönlicher Sponsor von Raich, seit 2008 ist auch seine Lebensgefährtin und Ski-Kollegin Marlies Schild beim österreichischen Versicherungsunternehmen unter Vertrag. Am Montag gab Uniqa im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien bekannt, dass der Vertrag mit dem Ski-Pärchen bis zum Ende der Olympia-Saison 2013/14 verlängert wurde. Die neuen TV-Werbespots mit Raich und Schild gehen rechtzeitig vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden ab 22. Oktober auf Sendung, die neuen Plakate werden schon ab 15. Oktober zu sehen sein.

Vonn-Aktion ein PR-Gag
ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel sieht die aktuellen Pläne des weiblichen Ski-alpin-Superstars Lindsey Vonn als "klugen PR-Gag". Die US-Amerikanerin hat ja beim Ski-Weltverband (FIS) um eine Starterlaubnis bei der Männer-Weltcup-Abfahrt am 24. November in Lake Louise gebeten. "Das war ein kluger PR-Gag, eine gute Idee des Sponsors. Man hat sich dadurch ins Gespräch gebracht", meinte Schröcksnadel am Montag in Wien.

Die Umsetzung der Idee ist für Schröcksnadel "unrealistisch". Ein Start als Vorläuferin bei einer Männer-Abfahrt sei hingegen denkbar. Zudem wäre für den Tiroler ein Vergleich Frau gegen Mann auf der Gleiterstrecke in Lake Louise wenig aussagekräftig. "Wenn sie wirklich wissen will, wo sie steht, müsste sie schon in Kitzbühel oder Beaver Creek antreten", sagte Schröcksnadel.

Auch Schild kritisch
Ähnlich wie Vonn in den Speed-Disziplinen den Damen-Weltcup dominiert, ist die Ausnahmestellung von Marlies Schild im Slalom. Zu den Plänen Vonns meinte die Salzburgerin: "Wenn sie sich das wünscht, dann soll sie es machen. Ich sehe das eher als PR-Gag, um vor dem Saisonstart in die Presse zu kommen", teilte Schild die Meinung des ÖSV-Bosses.

Schild startet regelmäßig als Vorläuferin beim Nachtslalom der Männer in Schladming. Bei der jüngsten Auflage 2012 hätte sie sich mit ihrer Zeit sogar für den zweiten Durchgang der Top-30 qualifiziert. Doch Schild weiß selbst am besten, dass sie bei derartigen Vergleichen als Vorläuferin von den perfekten Pistenbedingungen stark profitiert. "Ohne meine Leistung zu schmälern. Aber man muss realistisch sein und sehen, dass Frauen von Natur aus gewisse Nachteile gegenüber Männern haben", meinte Schild.

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