Fakten von

Platz zwei für Vonn

Übernimmt wieder Gesamtführung im Weltcup - Gut und ÖSV-Damen schwer geschlagen

Lindsey Vonn © Bild: APA/AFP/Olivier Morin

Einen Tag nach ihrem Sturz hat Lindsey Vonn Platz zwei gereicht, um zum bereits achten Mal den Abfahrts-Weltcup zu gewinnen. Der US-Skistar musste sich am Samstag in der zweiten Abfahrt von La Thuile zwar überraschend Lokalmatadorin Nadia Fanchini um 14/100el geschlagen geben, holte aber die bereits 20. Weltcup-Kristallkugel sowie die Gesamtführung zurück. Die ÖSV-Damen hatten keine Chance.

Denn mit Elisabeth Görgl war ausgerechte das Geburtstagskind im Team als 13. die Beste. Während die nun 35-jährige Steirerin ("Ein komisches Rennen, die Piste wird immer schlechter") auf der wegen Windes verkürzten Strecke keinen Top-Ten-Platz schaffte, konnte auch Cornelia Hütter die Gunst der Stunde nicht nützen.

Und das, obwohl auch Asse wie Vortages-Siegerin Lara Gut (11.) oder die als 35. gar punktlose Tina Weirather bei schwierigen Sichtverhältnissen schwächelten. Hütter, diesen Winter schon sieben Mal in Speedrennen auf dem Stockerl, wurde nur 18. Gleich 2,45 Sekunden Rückstand war für die 23-jährige "Podest-Bank" aus der Steiermark eine Riesen-Enttäuschung.

Hütter: "Das war ein Schaß"

"Das war ein Schaß", brachte es Hütter kernig auf den Punkt. "Ich war nie auf Linie, bei den Schlägen wurde ich abgetragen. Das war von oben bis unten nichts Gescheites", suchte die Steirerin die Schuld trotz der "komischen Verhältnisse" nur bei sich selbst. "Es ist ein Freiluftsport, es gibt keine Ausreden. Wir haben alle über die Rückstände gerätselt, aber meine Fahrt war auch alles andere als optimal", schloss die Vortages-Zweite das Kapitel und versprach. "Gestern gut, heute schlecht, morgen wieder gut."

Die Schlagzeilen gehörten an diesem Tag aber ohnehin anderen. Vor allem Vonn. Die Rekord-Weltcupsiegerin hatte ihren Frust über ihren Sturz am Vortag mit einer per Video öffentlich gemachten "Hammerattacke" an ihrem ohnehin schon kaputten Rennski ausgelassen. Denn "Rennhammer" packte sie aber am Samstag nicht aus.

Nadia Fanchini
© APA/AFP/Olivier Morin Nadia Fanchini

Damit gelang Nadia Fanchini über sieben Jahre nach ihrem einzigen Weltcup-Sieg in einem Super-G (Lake Louise Dezember 2008) in der italienischen Heimat der allererste in einer Abfahrt. Ihre Schwester Elena, die vor einem Jahr in Cortina für den letzten italienischen Heimsieg in einer Abfahrt gesorgt hatte, wurde diesmal kurioserweise Letzte. "Sturzpilotin" Daniela Merighetti komplettierte als Dritte den italienischen Heimerfolg im Aostatal.

Vonn jubelt verhalten

Obwohl sie ein Rennen vor Schluss in der Abfahrtswertung nicht mehr einzuholen ist, jubelte Vonn über ihren Kristallkugel-Rekord verhalten. "Das ist unglaublich. Aber das war ein wirklich schwieriges Rennen für mich. Natürlich habe ich nach alle dem, was gestern passiert ist, den Druck gespürt", gab die Amerikanerin zu, schlecht geschlafen zu haben.

Die Kurve, an der sie am Vortag ausgeschieden war, habe sie auch am Samstag nicht optimal erwischt. Bei Head entschuldigte sich die 31-Jährige ausdrücklich. "Die Emotionen sind mit mir durchgegangen. Ich sehe ein, dass das ein Fehler war. Aber ich bin auch nur ein Mensch."

Platz zwei reicht Vonn

Platz zwei reichte Vonn, um mit dem achten Abfahrts-Gesamtsieg Annemarie Moser-Pröll sowie mit ihrer 20. Kristallkugel insgesamt auch Ingemark Stenmark zu überflügeln. Der Schwede hatte zwischen 1975 und 1984 19 Kristallkugeln und sowohl den Riesen- als auch den Slalom-Weltcup acht Mal gewonnen. Weil Gut nicht in die Top Ten kam, führt Vonn nach 28 Rennen mit 43 Punkten Vorsprung auch wieder in der Gesamtwertung.

Auf Stenmarks 86 Weltcupsiege fehlen Vonn nur noch zehn, am Sonntag im Super-G (11.15 Uhr) kann sie ihren Rückstand weiter verkürzen. "Ich gehe auf die nächste Kugel los", hat sich die Amerikanerin bereits das 21. Kristall vorgenommen. "Gott sei Dank habe ich viel Platz daheim".

Kommentare