Marlies Schild tritt zurück

Österreichs Slalom-Queen erklärt ihren Rückzug vom aktiven Sport

Die Zukunft von Marlies Schild ist geklärt. Wie die 33-Jährige am Dienstag-Vormittag auf einer Pressekonferenz im Uniqa-Tower in Wien erklärt, tritt sie mit sofortiger Wirkung vom aktiven Skisport zurück. "Es ist an der Zeit, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen."

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© Video: VGN/Martin Gamper

Keine Schnellschuss-Entscheidung

"Ich habe mir gründlich Zeit genommen darüber nachzudenken, wie die Zukunft ausschauen wird und über die Vergangenheit, was ich geleistet habe. Es war eine sehr schöne, intensive Zeit", erklärte Schild. Sie erinnerte an ihre schweren Verletzungen und das Bestreben, wieder in die Weltspitze zurückzukehren. Nun hätten sich die Prioritäten in ihrem Leben verändert.

© FOTO: APA/GEORG HOCHMUTH Marlies Schild bei der Pressekonferenz zum Karriereende

Zukunft heißt Familie

"Es gibt Pläne und Wünsche. Der größte ist, eine Familie zu gründen", meinte Schild. Sie freue sich jedenfalls auf eine nun ruhigere Zeit. ÖSV-Sportdirektor Hans Pum dankte einer "außergewöhnlichen" Sportlerin "für viele unglaubliche Momente" und bat mit Verweis auf die Einzigartigkeit, dass Schild und deren drei Geschwister beim ÖSV untergekommen sind, schmunzelnd: "Vergiss nicht, dass wir im ÖSV immer Nachwuchs brauchen. Bei den Genen von dir und Benni wird es am skifahrerischen Talent nicht fehlen."

© GEPA pictures Marlies und ihre Medaille die sie bei den Winterspielen in Sotschi geholt hat

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel bezeichnete Schild als die größte Slalomathletin im Skisport: "Sie hat für Österreich viele Siege geholt, viel mehr geht nicht. Schade, dass sie aufhört. Ich wünsche ihr alles Gute für die Zukunft."

Verständnisvoller Benjamin Raich

Lebensgefährte Benjamin Raich zeigte sich gewohnt verständnisvoll: "Ich habe sie nur unterstützen können in ihrer Entscheidung", erklärte der ÖSV-Star, der seine Karriere fortsetzt. "Wenn man nach einer langen Karriere, wo man viel erreicht hat und emotional verbunden ist, sagen muss, es ist vorbei, ist es nicht leicht. Ich habe auch die eine oder andere Träne verdrücken müssen. Ich bin stolz auf ihre Karriere und auch den Abtritt, wie sie das gemacht hat. Ich habe immer gesagt, du musst das selbst entscheiden, musst das spüren."

Dass ihr bald 37-jähriger Lebensgefährte Raich noch zumindest einen Winter anhängt, sei sehr gut. "Beide gleichzeitig daheim, das wäre nicht so gut", scherzte Schild. Sie werde natürlich dem Weltcup weiterhin Besuche abstatten. "Klassische Fußballerfrau bin ich aber keine. Es ist schön, dass ich jetzt ohne Druck bei Skirennen dabei und für den Benni nervös sein kann."

© GEPA pictures Marlies Schild und Benjamin Raich

Beste Slalom-Läuferin aller Zeiten

Für Annemarie Moser-Pröll ist es jetzt "der vollkommen richtige Zeitpunkt", kann sie sich doch noch genau an ihr Karriereende erinnern. "Ich habe mich damals gefreut, gefreut auf ein anderes Leben, weil die Zeit ja auch so schnell vergeht. Die Belastung vom Training ist wie ein Stein von mir abgefallen, man ist ja doch in einem maschinenartigen Rhythmus drin."

© GEPA pictures Marlies Schild jubelt in Sotschi

Marlies Schild ist eine der erfolgreichsten Skiläuferinnen der österreichischen Geschichte. Die 33-jährige Salzburgerin holte in ihrer Karriere vier Olympia- und sieben WM-Medaillen sowie 37 Weltcupsiege. In der Slalom-Disziplin ist die Slalom-Weltmeisterin von 2011 mit 35 Weltcup-Erfolgen die Rekordhalterin.

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