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Österreichs Sister-Act im Slalom

Bernadette Schild will eine Medaille und könnte so ihre Schwester ausstechen

Bernadette und Marlies Schild beim Synchron-Lächeln © Bild: GEPA pictures/ Michael Riedler

Die Karriere der 32-jährigen Marlies Schild neigt sich langsam dem Ende zu, jene ihrer um acht Jahre jüngeren Schwester Bernadette hat erst so richtig Fahrt aufgenommen. Fehlt der einen in ihrer großen Sammlung nur Olympia-Gold, greift die andere am Freitag in Sotschi (13.45/17.15 Uhr LIVE im Olympia-Center von NEWS.AT) nach dem ersten Edelmetall. Das schwesterliche Verhältnis ist dadurch unbelastet. Konkurrentinnen sind sie nur vom Start bis in Ziel.

Marlies Schild hat in diesem Winter zwei Weltcup-Slaloms gewonnen und wurde einmal Zweite, Bernadette Schild stand zweimal als Dritte auf dem Podest. Jeweils gemeinsam mit der Gewinnerin von drei Olympia-, sieben WM-Medaillen, 37 Weltcuprennen und fünf kleinen Kristallkugeln.

Dass bei Olympia beide den großen Coup landen könnten, findet die Jüngere "auf keinen Fall komisch" und schmunzelte. "Das erhöht die Möglichkeit oder Chance, dass eine Schild auf dem Podest steht. Wir sagen immer, beim Rennen sind wir Konkurrentinnen. Wer schneller ist, ist schneller. Das ist beim Skifahren das Gute, was Objektiveres als Zeit gibt es nicht."

Die Erfahrung des "Ersten Mals"

Für Marlies ist es die vierte Olympiateilnahme, für Bernadette die erste. Die Erfahrung des Lebens im Olympischen Dorf machen aber beide das erste Mal, denn die Lebensgefährtin von Benjamin Raich war bisher immer in einem Privatquartier.

"Es ist wieder eine neue Erfahrung, aber es passt alles gut. Ich war schon bei europäischen olympischen Jugendspielen, da war es ähnlich. Da haben wir auch in einer großen Halle essen dürfen. Und ich war auch schon auf Schulskikursen, da waren die Zimmer auch in etwa gleich", zog Bernadette einen Vergleich und erntete Gelächter. Auch Marlies erinnert sich an eine ähnliche Erfahrung. "Ich war eh auch im Internat."

Bernadette Schild im Slalom von Kirchberg
© GEPA pictures/ Wolfgang Grebien Bernadette Schild freut sich auf den steilen Hang
»Eine Medaille wäre ein Wahnsinn«

Über das Essen im Dorf beklagen sich viele, über den Slalomhang hingegen keine aus dem österreichischen Team, denn alle bevorzugen steiles Gelände. Und alle haben die Erwartung einer Medaille. "Die Erwartungen und Ziele sind hochgesetzt, eine Medaille wäre ein Wahnsinn. Die eine, die noch in der Sammlung fehlt, wäre der Oberwahnsinn", sagte Marlies.

"Ich bin das erste Mal dabei, mein Ziel ist natürlich auch eine Medaille. Mittlerweile habe ich das Können, dass ich darum mitreden kann", meinte Bernadette.

Sie hatte zu Beginn der Olympischen Spiele auch eine unliebsame Erfahrung machen müssen, per Brief wurde ihre Entführung angedroht, sollte sie nach Russland reisen. "Am Anfang war da ein kurzer Schock und ich habe ohne meinen Freund das Haus nicht mehr verlassen. Aber eine Entführung anzukündigen, ist schon etwas eigenartig. Es ist nichts passiert und das wirft keinen Schatten für mich auf die Spiele."

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