Ski alpin von

RTL: Hirscher
siegt in Adelboden

Vorsprung in der Disziplin- und Gesamtwertung weiter ausgebaut

Marcel Hirscher © Bild: APA/KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Österreichs Ski-Superstar Marcel Hirscher hat am Samstag vor dem Norweger Henrik Kristoffersen (+0,17 Sek.) und dem Franzosen Alexis Pinturault (0,21) zum dritten Mal den Riesentorlaufklassiker in Adelboden gewonnen. Für den auch schon 2012 und 2015 siegreichen Salzburger war es der 25. RTL-Erfolg. Insgesamt hält er bereits bei 51 Weltcup-Siegen, auf Hermann Maier fehlen nur noch deren drei.

Strahlend schönes Wetter und eine nach massiven Regenfällen überraschend kompakte Piste deckten die Probleme der vergangenen Tage zu. Die Rennen waren wegen eines Erdrutsches und der Sperre der Zufahrtstraße gefährdet gewesen. Letztlich fand der Riesentorlauf am Samstag sogar vor der Rekordkulisse von 31.000 Zuschauern statt.

Mit seinem 51. Weltcuperfolg fehlen Hirscher nun nur noch drei auf seinen Landsmann Hermann Maier (54). Im Podestplatz-Ranking überholte er mit nun 115 Annemarie Moser-Pröll (114), vor ihm liegen nur noch Ingemar Stenmark (155) und Lindsey Vonn (131). Im Riesentorlauf ist Hirscher mit nun 25 Siegen alleiniger Zweiter vor Ted Ligety (USA/24) und hinter Stenmark (46).

»Der zweite Durchgang war mit der Kurssetzung sensationell schwierig«

Es war der insgesamt sechste Sieg für Hirscher auf dem Chuenisbärgli (jeweils drei im RTL und Slalom), und er war ein hartes Stück Arbeit. 0,11 Sekunden Vorsprung hatte der Salzburger als Halbzeitführender auf seinen ersten Verfolger Kristoffersen. Dieser kämpfte im Finale am Zielhang mit Problemen, ging aber trotzdem in Führung. Auch Hirscher blieb nicht fehlerfrei, trotzdem ging es sich für den Sieg aus.
"Ich bin so ein Wappler, genau da, wo ich mir eh vorgenommen habe, dass ich schön über dem Außenski stehen sollte", kommentierte Hirscher seinen Fehler in einer ersten Reaktion. "Der zweite Durchgang war mit der Kurssetzung sensationell schwierig. Es war eines der schwersten Adelboden-Rennen, die ich habe fahren dürfen", gestand er.

Sechster zweiter Rang für Kristoffersen

Für Kristoffersen war es der sechste zweite Rang in diesem Winter, auch zwei dritte hat er zu Buche stehen. Ein Sieg fehlt damit weiterhin. "Ich habe unten einen großen Fehler gehabt. Es war ein richtiger Kampf. In Alta Badia war ich 1,70 hinten, heute 17 Hundertstel, ich bin sicher auf dem richtigen Weg", nahm er das Positive mit. Im Gesamtweltcup hat Kristoffersen als erster Hirscher-Verfolger nun 114 Punkte Rückstand.

Feller verbesserte sich von Rang 13 in Podestnähe, auch seine Aufholjagd bremste letztlich der Zielhang. "Der Zielhang hat mir heute das G'nack gebrochen, im ersten wie im zweiten Durchgang. Schade, es war ein bisschen ein verhautes Rennen, aber trotzdem ein gutes Ergebnis", sagte der Tiroler. "Das Ziel ist jetzt, den nächsten Schritt zu machen. Ganz bringe ich das nicht zusammen. Es war nicht ganz das, was ich mir erhofft habe. Mit dem Fehler kann ich nicht zufrieden sein."

Brennsteiner mit bestem Karriere-Ergebnis

Stefan Brennsteiner als Zwölfter holte sein bestes Karriere-Ergebnis. "Es war ein bisschen ein wilder Ritt, aber ich bin natürlich sehr zufrieden", sagte der 26-jährige Salzburger, der sich nach einem im Oktober 2016 zugezogenen Kreuzbandriss zurückgekämpft hatte.

Die ersten Weltcuppunkte in seinem fünften Rennen gab es für den Vorarlberger Magnus Walch auf Rang 14. "Ich dachte mir, ich habe nichts zu verlieren und gebe Vollgas im zweiten Lauf. Und das habe ich gemacht. Über die ersten Weltcuppunkte freue ich mich gewaltig."

Weiter nicht richtig läuft es für Vizeweltmeister Roland Leitinger (22.), der im zweiten Lauf ebenfalls wegen eines Fehlers im Schlusshang eine bessere Platzierung vergab. "Zum Kotzen. Beim schwersten Tor im Weltcup fahre ich so schulbubenmäßig rein, das tut einfach nur weh. Jetzt bin ich schon lange genug dabei, das darf einfach nicht passieren. Da muss man taktisch fahren." Christian Hirschbühl als 31. (um 6/100 Sekunden), Johannes Strolz als 38., Marcel Mathis als 42. und Marco Schwarz (Ausfall) verpassten die Entscheidung.

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Jeannette N. Willey

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