"Skandal" in Salzburg: Nackte Skulptur verhüllt!

DIASHOW: Wir haben die BILDER - vorher und nachher! Plus: Klestil eröffnete Salzburger Festspiele!

Die 83. Salzburger Festspiele wurden am Freitag um 17.30 Uhr in der Felsenreitschule zum letzten Mal von Bundespräsident Thomas Klestil offiziell eröffnet. Die Festrede unter dem Titel "Freude - Ost und West" hielt der ehemalige rumänische Kultur- und Außenminister Andrei Plesu. Am Rande des großen Kulturereignisses gibt es allerdings Aufregung um ein anderes 'großes' Kunst-Werk: Stadtpolitiker haben eine Männerstkulptur mit erregiertem Penis verhüllen lassen, weil es Proteste aus der Bevölkerung gegeben hatte (die Bilder: siehe Kasten rechts!).

190 Veranstaltungen stehen in der Zeit vom 26. Juli bis 31. August auf dem Programm. Die erste Premiere findet am Samstag um 20.30 Uhr statt: "Jedermann" auf dem Domplatz.

Plesu befasste sich in seiner Festrede mit den - durch die unterschiedlichen politischen Systeme und Ideologien hervorgerufenen-Mentalitätsunterschieden und eventuellen Missverständnissen zwischen den Staaten des Ostens und des Westens. Um die Gräben zu überbrücken, sei zweierlei notwendig: "Freude und Humor". "Wir müssen die Europäische Einheit wieder herstellen, die der Zweite Weltkrieg zum Einsturz brachte. Wir müssen ein Haus errichten, in dem wir zusammen leben können. Und der Wiederaufbau - so schwer er auch sein mag - ist eine der größten Freuden der Menschen." Er sei der festen Überzeugung, "dass wir eine gemeinsame Grundlage haben, um eine Freude wieder aufzubauen, die von beiden Seiten geteilt werden kann", sagte der ehemalige rumänische Kultur- und Außenminister in seiner Festrede.

Mit der Sucht nach den Superlativen in der heutigen Zeit beschäftigte sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel unter anderem in seiner Ansprache. Keine Wirtschaft der Welt könne auf Dauer ein Rekordwachstum stellen. Österreich habe heuer ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent, im Jahr 2004 würde es aber zwei Prozent ausmachen - deshalb könne man bei uns noch lange nicht von einer Krise sprechen. Es gebe eine positive Entwicklung, und die pessimistischen Vorhersagen hätten sich anhand von Beispielen bisher meistens falsifiziert, meinte der Bundeskanzler. Zur Sprache brachte Schüssel auch Leopold Kohr und meinte, "was immer größer wird, wird zu groß. Wenn die Macht zu groß wird, tendiert sie zu Missbrauch".
(APA/red)