Skandal im Ministerium: Verdächtiger hat offenbar Pin-Code seines Kollegen gestohlen

Sicherheitslücke im System wurde nicht behoben Finanzministerium sieht den Skandal nicht bei sich

Das Finanzministerium hat einige zusätzliche Details zum Kriminalfall in der (ausgegliederten) Bundesbuchhaltungsagentur bekanntgegeben. So dürften dem Täter seine Transaktionen nur dadurch gelungen sein, dass er einem Kollegen dessen Pin-Code gestohlen hat. Denn ansonsten wären solche Anweisungen gar nicht möglich gewesen.

Harald Waiglein, Sprecher von Finanzminister Josef Pröll, betonte, dass es zwar sehr wohl einen Hinweis des Rechnungshofes gegeben habe, dass eine Sicherheitslücke im System bestehe. Diese habe man aber nicht beheben können, da in den Ministerien manchmal Überweisungen innerhalb eines Tages nötig seien und man keine Liquiditäts-Engpässe in Kauf nehmen könne.

Zur Sicherheit gebe es die Regel, dass bei solchen Transaktionen via Telebanking zwei Personen ihren Sanktus geben müssen. Im Fall des mutmaßlichen Betrügers dürfte dieser einem zweiten Kollegen den Pin-Code entwendet haben, um seine Machenschaften durchführen zu können.

Dass es sich tatsächlich um einen 60 Millionen-Coup handelt, konnte Waiglein nicht bestätigen. Das Ministerium wisse nur von 16 Millionen. Da der Fall aber bei der Staatsanwaltschaft liege, könne es durchaus sein, dass sich mittlerweile eine größere Summe herausgestellt habe.

Klar gestellt wurde von Waiglein, dass seitens der Bundesbuchaltungsagentur sofort Ermittlungen eingeleitet wurden, als die ersten Verdachtsmomente hochkamen. Ferner wies er darauf hin, dass es sich um keinen Skandal des Ministeriums handle, da die Agentur eine ausgegliederte Gesellschaft sei.

(apa/red)