"Sitzen auf einer Zeitbombe": UNICEF warnt vor einer Aids-Katastrophe in Asien

Epidemie breitet sich auf Gesamtbevölkerung aus

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF hat wenige Tage vor der Welt-Aids-Konferenz in Toronto vor einer drohenden Aids-Katastrophe in Asien gewarnt. Nach Afrika habe sich Asien zu einem zweiten Epizentrum der tödlichen Krankheit entwickelt, erklärte UNICEF.

Mehr als acht Millionen Asiaten hätten sich bereits mit dem HI- Virus infiziert. Indien habe Südafrika als das Land mit den meisten HIV-positiven Menschen abgelöst, 5,7 Millionen seien bereits infiziert. Vor allem immer mehr junge Menschen steckten sich dort mit HIV an. Die Hälfte aller Neuinfektionen entfalle auf die Altersgruppe zwischen 15 und 29 Jahren. Nur ein Bruchteil der Betroffenen werde medizinisch versorgt.

Epidemie breitet sich aus
"Wir sitzen auf einer Zeitbombe", sagte der Leiter der UNICEF-Aids -Programme in Südasien, Ian MacLeod, bei der Vorstellung des UNICEF- Geschäftsberichts. "Die Epidemie breitet sich bereits von den Risikogruppen auf die Gesamtbevölkerung aus. Die Länder Asiens haben nur noch wenig Zeit, um einen sprunghaften Anstieg der HIV- Infektionen zu verhindern." Zwar liege der relative Anteil der HIV- Infizierten in Asien noch vergleichsweise niedrig. Doch angesichts der hohen Bevölkerungszahl sage dies wenig aus über das Ausmaß des Leids.

Die Welt-Aids-Konferenz mit dem Motto "Zeit zum Handeln" beginnt am 13. August im kanadischen Toronto. Bis zum 18. August beraten mehr als 20.000 Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, Regierungen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen sowie Repräsentanten der Vereinten Nationen über die Perspektiven im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids. (apa/red)