Situation entspannt sich: Pegelstände der March sinken, keine Eskalation erwartet

Durchweichte Dämme durch Absicherung gehalten Am Montag beginnen erste Aufräumarbeiten

Situation entspannt sich: Pegelstände der March sinken, keine Eskalation erwartet

Im Hochwassergebiet entlang der March im östlichen Niederösterreich hat sich die Situation am Freitag insoweit entspannt, als keine weitere Eskalation erwartet wurde: Die Informationen aus dem tschechischen Breclav (Lundenburg) waren positiv - in Mähren hat sich der Wasserstand reduziert. Damit sei mit einem weiteren Sinken der March-Pegel zu rechnen, so das Landesfeuerwehrkommando.

Die durchweichten Dämme wurden dank umfangreicher Absicherung "gehalten". In Dürnkrut, dem am schlimmsten betroffenen Ort, standen nach wie vor Häuser unter Wasser. Die Evakuierung von Zwerndorf im Süden der Region, die vorsorglich angeordnet worden war, sollte voraussichtlich am frühen Abend aufgehoben werden. Das Dorf war vom Wasser verschont geblieben.

Landesfeuerwehrkommandant Josef Buchta und der Gänserndorfer Bezirkshauptmann Karl Gruber haben bei einem weiteren Koordinationsgespräch mit dem Krisenstab im tschechischen Brezlav auch für die Zukunft eine enge Kooperation vereinbart. Von österreichischer Seite bedankte man sich für die voran gegangenen Bemühungen, den Wasserstand in Mähren dank verschiedener Wehren und Poller konstant gehalten zu haben.

Die Feuerwehren werden ihre Einsatzstärke nun zurückfahren, erklärte NÖ Feuerwehrsprecher Jörg Würzelberger. Die verbleibenden Männer werden sich weiter Pumparbeiten widmen bzw. Dämme sichern und ausbessern.

Ab Montag sollen starke Einheiten des Katastrophendienstes aus ganz Niederösterreich entsandt werden, um gemeinsam mit dem Bundesheer und freiwilligen Helfern die Aufräumarbeiten in Angriff zu nehmen. Aus dem Bezirk St. Pölten wurden bereits 300 Feuerwehrleute organisiert. Laut Würzelberger ist ein einwöchiger Einsatz mit bis zu 1.000 Mann geplant.

Die Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes machen die nächsten 14 Tage durchgehend Dienst, um Betroffenen weiterhin psychischen Beistand in dieser Ausnahmesituation zu leisten.

Indessen wurden weitere Unterstützungsangebote für Geschädigte gemacht. Finanzielle Soforthilfe bietet die AKNÖ (Arbeiterkammer), Gelder gibt es auch aus dem Sozialhilfetopf des Landes. Das Ausmaß des Schadens sei noch nicht bekannt und daher nicht abzuschätzen, hieß es seitens des Versicherungsverbandes.

"Garten gießen muss ich nicht"
Viele Menschen in der Marchregion sind zu Recht verzweifelt angesichts der Verwüstung durch die Wassermassen. Dass so mancher/manche dennoch auch Humor an den Tag legt, zeigte sich bei einer Unterhaltung in - dem am schlimmsten betroffenen Ort - Dürnkrut, die der APA-Fotograf im Vorbeigehen aufschnappte: Eine Dame meinte zur Nachbarin, sie sei gerade eben vor dem Hochwasser mit den Frühjahrsarbeiten im Garten fertig geworden: "Jetzt muss ich wenigstens nicht gießen."

Indessen machten in der Bevölkerung auch Gerüchte über Plünderungen die Runde. Da sei nichts dran, hieß es aus der NÖ Sicherheitsdirektion auf Nachfrage.

Krisentelefon vom Roten Kreuz
Das Rote Kreuz hat für Betroffene in Dürnkrut ein Krisentelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0800 144 244 können Angehörige Informationen zur weiteren Vorgangsweise in der Region erhalten, berichtete der NÖ Rot-Kreuz-Sprecher Ralph Schüller.

Hier können Sie spenden
Rotes Kreuz: PSK - 2.345.000, Kennwort Hochwasser 2006
Caritas: PSK - 7.700.004, Kennwort Hochwasser
Diakonie: PSK - 23.13.300 Kennwort Hochwasserhilfe

(apa/red)