Sinn Fein und DUP siegen bei Nordirland-Wahlen: Großparteien liegen klar in Führung

Sinn Fein ist pro-Irisch, Paisleys DUP pro-britisch PLUS: Die lange Geschichte des Nordirland-Konflikts

Bei den Parlamentswahlen in Nordirland liegt die protestantische Democratic Unionist Party (DUP) nach dem bisherigen Stand der Auszählung knapp vor der katholischen Sinn-Fein. Die DUP von Ian Paisley kommt laut BBC nach der Auszählung von 72 der 108 Sitze auf 30,1 Prozent und 25 Mandate, die Sinn Fein von Gerry Adams erhält demnach 26,2 Prozent und 24 Abgeordnete. Für die gemäßigte katholische Partei der Sozialdemokraten (SDLP) entschieden sich danach 15,2 Prozent (zehn Mandate). Die moderate protestantische Ulster Unionist Party kam diesen Angaben zufolge auf 14,9 Prozent (neun Mandate) die interkonfessionelle Alliance Party auf 5,2 Prozent und damit drei Mandate.

Der 80-jährige Priester Paisley gilt als Anwärter auf das Amt des Regierungschefs. Ziel ist es, in der früheren Unruheprovinz eine gemeinsame Regierung aus Protestanten und Katholiken zu bilden.

Insgesamt waren mehr als 1,1 Millionen Nordiren dazu aufgerufen, über die Verteilung der 108 Sitze zu entscheiden. Falls die Bildung einer Mehrparteienregierung scheitert, drohen Großbritannien und Irland damit, das Parlament gleich wieder aufzulösen und abzuschaffen. Als Termin, bis zu dem eine Einigung zu Stande kommen muss, haben sie den nordirischen Parteien den 26. März gesetzt.

Die DUP und Sinn Fein waren früher bitter verfeindet, haben sich in jüngster Zeit aber aufeinander zubewegt. Allerdings sind bis zur Bildung einer gemeinsamen Regierung noch viele Schwierigkeiten zu überwinden. Der wahrscheinliche Erste Minister (Regierungschef) Paisley sagte, Sinn Fein müsse von ihren "bösen Wegen abkommen". Adams bekräftigte noch einmal seine Bereitschaft zu einer Regierungsbildung mit der DUP: "Es ist an Paisley, eine Entscheidung zu treffen. Wir wollen die Macht teilen", sagte er dem Rundfunksender BBC.

Nordirland wird seit Herbst 2002 wieder direkt von London aus verwaltet, seit die damalige Regionalregierung im Streit um die Aktivitäten der IRA auseinander gebrochen war. Alle Versuche, Katholiken und Protestanten zurück an den Kabinettstisch zu bewegen, waren seither gescheitert. Grundlage für die Wahl war das so genannte Karfreitagsabkommen vom April 1998, mit dem Nordirland nach langen Jahren des Bürgerkriegs zum Frieden fand.

(apa/red)