Hilfsprojekt von

Nach Band Aid-Kritik:
Mitwirkende wehrt sich

Sinead O'Connor fordert alle Kritiker auf, doch "die Fresse zu halten"

Sinead O'Connor © Bild: APA/Pfarrhofer

Das von Bob Geldof reanimierte Band Aid-Projekt, das mit einer Neuaufnahme des 1984er Hits "Do They Know It's Christmas?" Geld zum Kampf gegen den Ebola-Virus in Afrika einspielen soll, ist in der Musikbranche auf Kritik gestoßen. Eine der Mitwirkenden, Sinead O'Connor, forderte heute, Mittwoch, die Kritiker laut britischer Tageszeitung "The Telegraph" auf, sie mögen doch "die Fresse halten".

"Wenn ihnen das Konzept nicht gefällt, hätten sie nicht mitmachen sollen. Die Annahme, dass jeder, der an der Aufnahme mitgewirkt hat, privat nichts gespendet hätte, ist nichts anderes als eine Vermutung." Auch das Unbehagen einiger Band Aid-Künstler wie Blur-Sänger Damon Albarn den Liedtext betreffend kann O'Connor nicht teilen: "Wenn ihnen der Text nicht gefällt, hätten sie nicht mitsingen sollen - und wen zum Teufel interessiert es, was Damon 'fucking' Albarn denkt?"

Geldof hat den erstmals vor 30 Jahren produzierten Weihnachtshit wieder einmal aufgenommen. Stars wie One Direction, Bono oder Rita Ora versammelten sich in London für die Aufnahmen. In Deutschland spielten mehr als zwei Dutzend Stars das Lied erstmals auf Deutsch ein, darunter die Toten Hosen, Udo Lindenberg, Max Raabe, Andreas Bourani, Jan Josef Liefers, Jan Delay, Max Herre und Peter Maffay.

Debatte um Adele

In Großbritannien entzündete sich die Debatte vor allem an Superstar Adele, die von Geldof dafür kritisiert wurde, dass sie nicht mitwirken wollte. "Adele tut nichts... sie geht nicht ans Telefon", sagte er. Währenddessen fordere die Epidemie Tausende Menschenleben. Medienberichten zufolge hatte Adele jedoch in aller Stille eine große Summe für eine Ebola-Hilfskampagne gespendet. Nur vor die Kameras stellen wollte sich die Sängerin nicht.

Während sich die 26-Jährige selbst aus dem Streit heraushielt, machten andere Künstler ihre Meinung deutlich: Das Projekt wirke auf sie "selbstgefällig", sagte etwa Lily Allen (29) der "Mail on Sunday". "Ich tue lieber meinen Teil, indem ich richtiges Geld spende, anstatt mit Leuten wie diesen in einen Topf geworfen zu werden."

Zeit statt Geld?

Die privilegierten Stars bevorzugten es, ein paar Stunden ihrer Zeit zu geben statt Geld, lautet die Kritik in den Medien. So schrieb der "Telegraph": "Und dafür erwarten sie, dass man sie feiert und sie beglückwünscht. Als hätte niemand gewusst, dass Ebola ein Problem ist und Tausende Afrikaner unendlichen Horror durchleiden..., bevor die Stars mit ihren teuer gebleichten Zähnen für das Video in die Kamera lächelten."

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