Simbabwe von

Mugabe erklärt sich zum Sieger

Langzeit-Machthaber reklamiert Wahlsieg. Opposition spricht von Manipulation.

Robert Mugabe © Bild: REUTERS/Philimon Bulawayo

In Simbabwe hat sich die Partei von Präsident Robert Mugabe zum klaren Wahlsieger erklärt. Man habe die MDC des Rivalen Morgan Tsvangirai "versenkt", verlautete am Donnerstag aus Kreisen von Mugabes Partei Zanu-PF. "Wir haben nie daran gezweifelt, dass wir gewinnen."

Mugabes wichtigster Herausforderer Morgan Tsvangirai bezeichnete die Wahlen hingegen als unglaubwürdig. Das Ergebnis der Auszählung der Stimmen werde nicht rechtmäßig sein und nicht den Willen des Volkes wiedergeben, sagte der 61 Jahre alte Chef der MDC. Er habe seine Bedenken der Afrikanischen Union (AU) und der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC übermittelt. "Die schäbige Organisation und die konsequente Illegitimität des Ergebnisses werden dieses Land in eine ernste Krise stürzen", sagte er. Tsvangirai erinnerte mit seinen Worten an die letzte Wahl: 2008 war er nach Runde eins deutlich vorn gelegen, woraufhin blutige Angriffe gegen seine Anhänger begannen und er seine Kandidatur zurückziehen musste.

Systematische Manipulation

Die Zanu-PF habe die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen systematisch und koordiniert manipuliert, meinte auch MDC-Sprecher Douglas Mwonzora. Trotz früher Warnungen sei seine Partei vom Ausmaß der Unregelmäßigkeiten überrascht. In einer Liste der MDC zu Unregelmäßigkeiten werden zehn Punkte aufgeführt. Die Vorwürfe reichen von einer Fälschung der Wählerlisten bis zu Einschüchterungen der Opposition. Nach einem Bericht der nationalen Nichtregierungsorganisation ZESN, die 7000 Beobachter geschickt hatte, waren eine Millionen Stadtbewohner vom Register verschwunden. Unabhängig vom Ergebnis sei die Legitimität der Wahl "ernsthaft beschädigt", sagte ZESN-Präsident Solomon Zwana.

Allein der Chefbeobachter der Afrikanischen Union (AU), Olusegun Obasanjo, nannte die Wahl "friedlich, geordnet, frei und fair". Das US-Außenministerium lobte zwar den friedlichen Verlauf. Die wegen Menschenrechtsverstößen verhängten Sanktionen würden aber nur aufgehoben, wenn die Wahlen als glaubwürdig und transparent bewertet würden, sagte eine Sprecherin.

Insgesamt waren Wahlbeobachter aus Afrika und Staaten wie China, Russland, Kuba oder dem Iran zugelassen. Experten der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union hatte Mugabe abgelehnt. Die nationale Wahlkommission Simbabwes hatte sich am Mittwochabend zunächst vorsichtig positiv über den Wahlverlauf geäußert, wollte aber kein endgültiges Urteil abgeben.

Tradition der Gewalt

Wahlen und Wahlkämpfe in Simbabwe waren oft geprägt von politischer Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Wahlbetrug. Bei der letzten Abstimmung 2008 fielen mehr als 200 Menschen politisch motivierter Gewalt zum Opfer.

Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton appellierte in Brüssel an alle Parteien in Simbabwe, Ruhe zu bewahren, bis die Wahlergebnisse bekannt seien. Die EU hatte in Anerkennung der demokratischen Fortschritte in Simbabwe teilweise die Sanktionen gegen das Land aufgehoben.

Die Wahlkommission teilte am Nachmittag mit, alle Wahlzettel seien eingesammelt und würden nun ausgewertet. Die offiziellen Ergebnisse werden für Montag erwartet. Wenn kein Kandidat 50 Prozent erhält, findet am 11. September eine Stichwahl statt.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Er tritt ohnedies bald seinem Schöpfer gegenüber...nur noch paar Monate Geduld...

Seite 1 von 1