Simbabwe: Internationale Organisationen dürfen wieder Essen und Wasser verteilen

Regierung fürchtet Stärkung der Oppositionsparteien Am 27. Juni soll eine Stichwahl abgehalten werden

Simbabwe: Internationale Organisationen dürfen wieder Essen und Wasser verteilen © Bild: EPA/Hrusa

Essen, Kleidung und Medikamente dürfen wieder an die Ärmsten der Armen verteilt werden. Damit hat die simbabwesische Regierung ihr Arbeitsverbot für ausländische Hilfsorganisationen wieder gelockert. Durch das Verteilen von Lebensmitteln sei kein Aufstand der Bevölkerung zu erwarten, erklärte Sozialminister Sydney Mhishi laut der staatlichen Zeitung "The Herald".

Simbabwe hatte Hilfsorganisationen vor zwei Wochen mit einem Arbeitsverbot belegt. Die Regierung in Harare hatte den Schritt damit begründet, dass die Nichtregierungsorganisationen die Bedingungen für ihre Zulassung verletzt hätten. Präsident Robert Mugabe hat dem Westen mehrfach vorgeworfen, ihn mit Hilfe von Hilfsorganisationen und Oppositionsparteien stürzen zu wollen.

Mugabe trifft auf südafrikanischen Kollegen Mbeki
Mugabe wollte sich am Mittwoch laut Medienberichten mit seinem südafrikanischen Kollegen Thabo Mbeki treffen, um über die umstrittene Stichwahl um das Präsidentenamt zu sprechen. Mbeki wolle nach Harare fliegen, berichtete "The Herald". Am 27. Juni sollen die Simbabwesen in einer Stichwahl zwischen Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai über ihren neuen Präsidenten entscheiden. Die Opposition sieht sich im Vorfeld der Wahl massiven Einschüchterungen und Attacken ausgesetzt, Tsvangirai wurde bereits mehrmals festgenommen. Der langjährige Staatschef Mugabe, der das frühere Südrhodesien in die Unabhängigkeit geführt hatte, drohte der Opposition zudem mit Waffengewalt.

Mbeki soll zwischen der Regierungspartei ZANU-PF (Afrikanische Nationalunion von Simbabwe/Patriotische Front) und der oppositionellen MDC (Bewegung für Demokratischen Wandel) vermitteln. Mugabe beschuldigt die Opposition, für die Gewalt verantwortlich zu sein. (apa/red)