Simbabwe-Gespräche bereits abgebrochen:
Mugabe will Präsidentenamt nicht räumen

Chefunterhändler des Machthabers wieder abgereist Verhandlungen mit Tsvangirai erst kürzlich begonnen

Simbabwe-Gespräche bereits abgebrochen:
Mugabe will Präsidentenamt nicht räumen © Bild: AP/Mukwazhi

Die Gespräche zwischen der Regierung und Opposition von Simbabwe in Südafrika über eine Machtteilung sind abgebrochen worden, wie zwei Gewährsleute berichteten. Die Chefunterhändler von Präsident Robert Mugabe wollten nach Simbabwe zurückfliegen, meldeten die zwei Quellen, die wegen der verhängten Nachrichtensperre anonym bleiben wollten. Die Gespräche zwischen Vertretern Mugabes und des Oppositionsführers Morgan Tsvangirai hatten erst vor kurzem in Südafrika begonnen.

Tsvangirai traf persönlich in Südafrika ein. Der Begleiter von Tsvangirai, George Sibotshiwe, sprach von einem privaten Besuch. Dagegen hieß es von anderer Seite aus Tsvangirais Büro, der MDC-Chef werde sich mit seinen Unterhändlern bei den Verhandlungen beraten. Grundlage für die Verhandlungen zwischen den beiden Konfliktparteien, die unter südafrikanischer Vermittlung an einem Ort bei Pretoria stattfinden, ist eine zwischen Mugabe und Tsvangirai erzielte Übereinkunft.

Präsidentenamt um jeden Preis
Hauptgrund für den Abbruch der Gespräche sei das Beharren von Robert Mugabe gewesen, auch in einer neuen simbabwesischen Regierung das Präsidentenamt zu behalten, verlautete aus einer Quelle. Aus einer anderen Quelle hieß es, die Krisengespräche zwischen Vertretern von Regierung und Opposition seien "blockiert".

Der 84-jährige Mugabe, der seit 1980 an der Spitze der früheren britischen Kolonie steht, hatte sich Ende Juni in einer Stichwahl ohne Gegenkandidaten für eine weitere Amtszeit wählen lassen. Die erste Runde der Präsidentenwahl im März hatte Tsvangirai zwar gewonnen, den amtlichen Ergebnissen zufolge aber die notwendige absolute Mehrheit verfehlt. Wegen massiver Gewalt gegen seine Anhänger zog der Oppositionsführer kurz vor der Stichwahl seine Kandidatur zurück. Die Verhandlung waren von der südafrikanischen Regierung vermittelt worden. (apa/red)