Silvio Berlusconi von

Ruby-Urteil im März

Ex-Premier wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit einer Minderjährigen angeklagt

Silvio Berlusconi Wahlkampfauftritt. © Bild: Reuters/MAX ROSSI

Gleich mit zwei Urteilen muss Silvio Berlusconi im März rechnen: Das Urteil im sogenannten Ruby-Prozess, bei dem der italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit einer minderjährigen Marokkanerin vor Gericht steht, wird sehr wahrscheinlich am 18. März gefällt. Die für Montag geplante Gerichtsverhandlung wurde vom Mailänder Gericht wegen der Wahlkampfverpflichtungen Berlusconis, der als Chef einer Mitte-rechts-Koalition an den Parlamentswahlen am 24. und 25. Februar teilnimmt, ausgesetzt.

Die nächsten Gerichtsverhandlungen vor dem Urteil am 18. März sind am 4., am 8. und am 11. März vorgesehen, beschloss das Gericht. Berlusconi wird vorgeworfen, mit der damals noch minderjährigen Marokkanerin Karima el-Mahroug - so Rubys echter Name - bezahlten Sex gehabt zu haben. Er soll zudem seine Machtposition genutzt haben, damit die Polizei die junge Frau im Mai 2010 nach einer Festnahme wegen mutmaßlichen Diebstahls freiließ. Der 76-Jährige hat eine sexuelle Beziehung stets bestritten, ebenso wie Ruby selbst.

Im März wird ein weiteres Urteil in Zusammenhang mit einem Prozess gegen Berlusconi gefällt. Am 23. März ist mit dem Ende des Berufungsverfahrens zu rechnen, bei dem, dem Medienunternehmer, Steuerbetrug vorgeworfen wird. Das Berufungsverfahren gegen Berlusconi läuft seit dem 18. Jänner.

Auch zweites Urteil im März

Berlusconi war nach Auffassung des Gerichts, das ihn im vergangenen Oktober verurteilt hatte, in den 1990er Jahren persönlich in eine Reihe fingierter Verkäufe verwickelt. Beim Verkauf von TV-Rechten des Mediaset-Konzerns seien die Kosten um Hunderte Millionen Dollar aufgebläht worden, argumentierte Staatsanwalt Fabio De Pasquale. Das Mailänder Gericht sprach von einem Geldfluss in Berlusconis Kassen. Die Verurteilten wurden zur Zahlung von zehn Millionen Euro an die italienischen Steuerbehörden verurteilt, entschieden die Richter.

Kommentare