Silvester von

Experten warnen

Feuerwerkskörper kann bei unsachgemäßer Verwendung eine Hand völlig zerfetzen

Silvester - Experten warnen © Bild: APA/Pfarrhofer

Sie sind schön, aber gefährlich - Immer wieder kommt es durch Feuerwerkskörper zu schweren Unglücksfällen. Experten des Entschärfungsdienstes des Bundeskriminalamt haben am Dienstag vor dem unsachgemäßen und zum Teil verbotenen Gebrauch von Feuerwerkskörpern gewarnt. Bei einer Vorführung in einem Schotterwerk nahe Zwentendorf in Niederösterreich wurden die Gefahren der Pyrotechnik bei missbräuchlicher, sorgloser und widmungswidriger Verwendung demonstriert.

Das Demonstrationsobjekt: Ein fahrtüchtiger, rubinroter Kleinwagen, der Kofferraum beladen mit Feuerwerkskörpern aus dem benachbarten Ausland - die Experten des Entschärfungsdienstes führten vor, wie gefährlich Feuerwerkskörper sind. "90 Prozent der pyrotechnischen Gegenstände in diesem Auto sind in Österreich illegal", erläuterte Entschärfungsspezialist Helmut Szagmeister.

Vulkane, Raketen, Silvesterkracher und Co. im Wert von rund 150 Euro wurden in dem Kofferraum drapiert. Ein Feuerwerkskörper sollte von den Experten aus sicherer Entfernung elektronisch gezündet werden.

Autowrack explodiert durch Feuerwerkskörper
Die Feuerwerkskörper explodierten, ein Feuerwerk nahm seinen Ausgang im Kofferraum des Wagens. Zehn Minuten später stand das Auto in Vollbrand. Sechs Männer und eine Frau der Freiwilligen Feuerwehr Zwentendorf rückten aus, um den Wagen zu löschen. Am Ende lagen unzählige Autoteile im Umkreis von gut 40 Metern verstreut im Schotter. Übrig blieb lediglich ein komplett ausgebranntes Autowrack.

Kracher kann Hand völlig zerfetzen
Ein weiteres Experiment des Entschärfungsdienstes zeigte, was passiert, wenn ein Knaller in der Hand explodiert. Dargestellt wurde das Experiment an einer Schaufensterpuppe mit Plastilinhand. "La bomba" war der Name des illegalen Knallkörpers aus Tschechien. Er explodierte in der Hand der Puppe. Diese wurde dabei so zerfetzt, dass auch der beste Chirurg nicht mehr helfen könnte, einzelne Teile flogen mehrere Meter weit weg, eine Hand war schlussendlich nicht mehr erkennbar.

Bei einem weiteren Versuch simulierten die Experten das Explodieren eines Böllers in der Jacke. Ohropax wurde wiederum an die anwesenden Journalisten verteilt. "Es kann leicht passieren, dass ein Feuerwerkskörper unter die Oberbekleidung fällt", erläuterte Thomas Csengel, einer der Experten. Gezündet wurde der Knallkörper in der linken Hemdtasche. Die Puppe erlitt zahlreiche "Verletzungen", das Polyestergewebe wurde zerstört, die Füllung kam zum Vorschein. "Menschliches Gewebe ist viel fragiler und hält weniger aus - diese Explosion hätte zu schweren traumatischen Verletzungen geführt", sagte Csengel.

Schwere Unfälle durch Feuerwerksbomben
Auch durch Feuerwerksbomnen kommt es laut Experten immer wieder zu schweren Unfällen. Diese sind in Österreich nur für Profis zugelassen, sie müssen über Fachkenntnisse verfügen und benötigen für die Sprengung eine Behördliche Bewilligung. "Es gibt durchschnittlich alle zwei Jahre einen schweren Unfall mit den Feuerwerksbomben, meist dadurch ausgelöst, weil ein selbst gebastelter Mörser verwendet wird", sagte Csengel. Neben schweren Verletzungen, welche Personen im nahen Umkreis der Explosion erleiden können, werden durch diese Bomben auch Sachbeschädigungen verursacht.

Jährlich rund drei Tonnen beschlagnahmt
Pyrotechnische Gegenstände, die entgegen den gesetzlichen Bestimmungen verkauft, besessen oder verwendet werden, können von der Polizei beschlagnahmt werden. Jedes Jahr kommen in Österreich so drei bis dreieinhalb Tonnen beschlagnahmtes Material zusammen, das vom Entschärfungsdienst des Bundeskriminalamtes vernichtet wird.