Signor Schlager und die Suche nach seiner
Form: "Bin in Wellenmitte oder Wellental"

Bei Auftaktsieg im Einzel wartet der Weltmeister ÖTTV-Coach Karsai bleibt dennoch optimistisch

Signor Schlager und die Suche nach seiner
Form: "Bin in Wellenmitte oder Wellental" © Bild: APA/Fohringer

Als Letzter des im olympischen Einzel engagierten österreichischen Tischtennis-Quintetts greift heute Werner Schlager ins Turnier ein. Der 35-Jährige ist als Nummer 13 gesetzt und hat wie alle aus den Top 16 den Vorteil, erst in Runde drei spielen zu müssen, das entspricht dem 1/16-Finale. Nach seinen Vorstellungen in den Einzeln des Teambewerbs dürfen Schlagers Fans nicht allzu optimistisch sein, doch abschreiben sollte man ihn nicht.

Mit der ÖTTV-Mannschaft gewann Schlager zwar doch immerhin vier seiner sieben Partien, aber in den Matches gegen die größeren Kaliber holte er nur gegen den Südkoreaner Oh Sang-eun einen Satz. Gegen den Japaner Kan Yo und den Chinesen Wang Liqin setzte es 0:3-Niederlagen. Weltmeister Wang Liqin wird auch Schlagers Achtelfinal-Gegner sein, sollten die beiden ihr jeweils erstes Match für sich entscheiden.

Von Wang wurde vor Beginn der olympischen Bewerbe gemunkelt, dass er nicht ganz so gut in Form sein soll. Davon war bisher aber nicht viel zu sehen. Vielmehr sollte sein Selbstvertrauen durch das errungene Gold mit der Mannschaft gestiegen sein. Schlager meinte freilich schon nach dem direkten Duell im Team-Bewerb, dass Wang ihn besser nicht unterschätzen sollte.

"Wellenmitte oder im Wellental"
Indes sucht der Niederösterreicher aber weiter nach seiner Form. "Ich laufe der Form ein bisschen hinterher", erklärte der Champions-League-Sieger. "Das ist schade. Ich bin derzeit nicht am Wellenhügel, sondern in der Wellenmitte oder im Wellental." In den ihm nach dem Teambewerb verbleibenden drei Tagen wolle er schauen, dass er aus dieser Situation rauskomme.

Gegner wird Yoon Jae Young sein. Der Südkoreaner wird in der nächsten Champions League Teamkollege von Schlager bei SVS Niederösterreich sein. Am Montag wäre dies das entscheidende Einzel um Team-Bronze gewesen, wäre es in eine fünfte Partie gegangen. Sowohl der 28-jährige Skandinavier als auch der 25-jährige Asiate sind nicht zu unterschätzen.

"Für Olympia zu wenig"
Besonders, wenn Schlager nicht zu seiner Topform findet. "In der Vorbereitung ist es eigentlich sehr, sehr gut gelaufen", erläuterte der Wiener Neustädter. "Hier war meine Leistung bisher gut. Aber gut ist eben für Olympia zu wenig." Als Grund dafür sieht Schlager eine Kombination vieler Faktoren. Seine seit ein paar Tagen anhaltende Verkühlung will er aber nicht aus Ausrede gelten lassen. "Sie verstärkt das Ganze aber."

Eine Vermutung hat der sensible Schlager dahingehend, dass zwischen Trainings- und Wettkampfhalle doch ein kleiner Unterschied gegeben ist. "Ich bin noch nicht draufgekommen, wie ich mich darauf einstelle. Ich spiele in der Trainingshalle immer sehr gut, mit gutem Timing. Und dann komme ich in die Halle und treffe die ersten beiden Bälle nicht."

"Erwarte mir Positives"
ÖTTV-Bundestrainer Ferenc Karsai sah den Grund in der jüngsten Niederlage gegen Oh Sang-eun in der nicht passenden Distanz. "Und Werner hat das Tempo nicht gefunden." Dennoch bleibt der Ungar zuversichtlich: "Gegen Oh kann man verlieren. Wir müssen jetzt regenerieren, abschalten, trainieren. Das Einzel ist ein ganz anderer Bewerb, das hat mit dem Teambewerb nichts zu tun. Ich erwarte mir Positives." (apa/red)