Arbeitsplätze von

Siemens: Protest
gegen erneuten Jobabbau

Gewerkschaft plant einen deutschlandweiten Aktionstag

Siemens-Mitarbeiter © Bild: APA/DPA/Peter Kneffel

Arbeitnehmervertreter wollen den neuerlichen Stellenabbau bei Siemens nicht ohne Widerstand hinnehmen. Für den 9. Juni plant die Gewerkschaft einen deutschlandweiten Aktionstag an allen Standorten des Elektrokonzerns, wie Beratungen von Betriebsvertretern am Dienstag in Frankfurt ergaben.

Bei Kundgebungen, Flugblattaktionen und anderen Veranstaltungen wollen die Arbeitnehmervertreter ihrem Unmut über die weiteren Einschnitte bei dem Unternehmen Luft machen.

Tausende Arbeitsplätze gestrichen

Konzernchef Joe Kaeser hatte vergangene Woche bekanntgegeben, dass über den Abbau von insgesamt 9.000 Arbeitsplätzen durch den Konzernumbau und wegen der Probleme im Energiegeschäft hinaus noch einmal 4.500 Jobs weltweit wegfallen sollen, davon 2.200 in Deutschland. Hintergrund sind die anhaltenden Schwierigkeiten in der Stromerzeugungs-Sparte (Power & Gas) sowie die Sanierung ertragsschwacher Geschäfte. Wie sich die Einschnitte auf die einzelnen Standorte verteilen, blieb zunächst offen. Siemens Österreich soll verschont bleiben.

Die betroffenen Standorte

Zu den am stärksten betroffenen Standorten dürfte aber Mülheim in Nordrhein-Westfalen gehören, wo laut Betriebsrat insgesamt 950 Stellen gestrichen werden sollen. Auch in Berlin sind laut IG Metall hunderte Stellen bedroht. In Erlangen soll es dagegen um weniger als 100 Stellen gehen. Die Stromerzeugung von Siemens hat darüber hinaus Standorte in Offenbach am Main, Görlitz, Erfurt und Essen. Siemens kämpft in der Sparte mit Preisverfall und einer Nachfrageflaute bei großen Gasturbinen. Die Gewerkschaft hatte mit deutlicher Kritik auf die Pläne reagiert. Das Management bei Problemen "reflexartig an der Schraube der Personalkosten", erklärte sie und pochte auf bestehende Vereinbarungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung.

Kommentare