Siemens-Affäre auch in Österreich? AUA- Chef Ötsch angeblich im Visier der Justiz

Ex-Siemens-Manager dementiert jedoch Ermittlungen Ötsch war vor AUA-Engagement in Siemens-Vorstand

Siemens-Affäre auch in Österreich? AUA- Chef Ötsch angeblich im Visier der Justiz

Die Untersuchungen in der Skandalserie bei Siemens richten sich nun auch gegen AUA-Chef und früheren Siemens-Manager Alfred Ötsch, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe. Ötsch wies in einem Statement an die Medien jegliche Mitverantwortung zurück: Er habe "mit diesem Thema weder inhaltlich noch persönlich das Geringste zu tun".

Ötsch (53) war vor seinem Wechsel zur AUA im Februar 2006 Vorstandsmitglied der Siemens-Sparte, über die heimliche Millionenzahlungen an den an den langjährigen Vorsitzenden der Betriebsräte-Organisation AUB abgewickelt wurden. Die Verrechnung der in Diskussion befindlichen Beratungsleistungen sei laut Vertrag von der Siemens-Zentrale über den Bereich Automation & Drives abgewickelt worden, wo Ötsch von Dezember 2001 bis Oktober 2005 im Bereichsvorstand tätig war, hieß es in dem Statement des AUA-Chefs. Der Bereich habe lediglich als Rechnungsadresse fungiert, die inhaltliche und kostenmäßige Verantwortung sei ausschließlich in der Siemens-Zentrale in München gelegen.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und eine von Kriminalpolizisten sowie Steuerfahndern gebildete Sonderkommission "Amigo" ermittle wegen der Millionenzahlungen an AUB-Chef Wilhelm Schelsky inzwischen gegen fünf aktive oder ehemalige Führungskräfte von Siemens, darunter auch gegen Ötsch, heißt es auf "sueddeutsche.de".

Ötsch war im Februar 2006 als Vorstandschef zur AUA gekommen. Der studierte Wirtschaftswissenschafter trat 1978 in den Siemens-Konzern ein und war zunächst als Assistent des Vorstands in der Siemens AG Österreich tätig, später war er bei Siemens in München in der Zentralverwaltung Ausland beschäftigt. Zwischenzeitlich war er bei Siemens Österreich kaufmännischer Leiter des Bereichs Antriebs-, Schalt- und Installationstechnik, bis er 1990 die Verantwortung für den Bereich Anlagentechnik übernahm. (apa)