Sieben Jahre nach "Columbine": Polizei vereitelt geplantes Blutbad an US-Schule

Drohungen und Hinweise auf Webpage entdeckt

Genau sieben Jahre nach dem Blutbad an der Columbine High School hat die US-Polizei mehrere mutmaßliche Verschwörungen zu neuen Massakern an drei Schulen vereitelt. Wie der Fernsehsender ABC am Freitag berichtete, wurden in Riverton im Bundesstaat Kansas fünf Schüler im Alter zwischen 16 und 18 Jahren festgenommen. Im Zimmer eines der Burschen waren Gewehre, Messer und Munition gefunden worden.

In Kansas City in Missouri nam die Polizei zwei 17-Jährige fest, die ein Massaker in der Turnhalle ihrer Schule planen. Das dritte Komplott wurde an der Red Lake High School aufgedeckt, an der im vergangenen Jahr ein Schüler Amok gelaufen war.

Dokumente über Waffen in Schließfächern
In Riverton fanden die Ermittler laut ABC in Schul-Schließfächern von einigen der Schüler Dokumente über Waffen und über apokalyptische Visionen. Der entscheidende Hinweis auf die mutmaßlichen Täter stammte von der unter Jugendlichen populären Internet-Seite http://www.myspace.com. Auf der Seite, auf der Fotos und Tagebücher eingestellt werden können, hatte eine Frau Drohungen gegen rund ein Dutzend Schüler und ein Verwaltungsmitglied der Schule in Riverton entdeckt, wie der Sender berichtete. Sie rief daraufhin die Schulleitung an.

Von ABC befragte Schüler der betroffenen High School in Riverton sagten, sie seien am Jahrestag des Columbine-Massakers dem Unterricht fern geblieben, weil bereits Gerüchte über das geplante Blutbad kursiert seien. Bei dem Massaker an der Columbine-Schule in Littleton im US-Bundesstaat Colorado hatten am 20. April 1999 die beiden Jugendlichen Eric Harris und Dylan Klebold zwölf Mitschüler sowie einen Lehrer erschossen und anschließend Selbstmord begangen.

Zwei Schüler wollten auf Kollegen feuern
Besonders perfide soll der Plan von Trevor Fatting und Sean Amos in Kansas City gewesen sein. Nach den Worten von Staatsanwalt Eric Zahnd wollten die beiden mutmaßlichen Verschwörer den stellvertretenden Schuldirektor mit vorgehaltener Waffe zwingen, über Lautsprecher Schüler und Lehrer in die Turnhalle zu beordern. Dort wollten die beiden Jugendlichen den Ermittlungen zufolge mit einem AK-47-Sturmgewehr in die Menge feuern und Sprengsätze zünden. "In der heutigen Welt müssen wir solche Drohungen sehr ernst nehmen", sagte Zahnd.

Zum zweiten Mal binnen 13 Monaten sollte auch die Red Lake High School im gleichnamigen Indianer-Reservat im Bundesstaat Minnesota wieder Schauplatz eines Schulmassakers werden, wäre es nach den Plänen einer "Gruppe von Schülern" gegangen, wie Schulleiter Brent Colligan sagte. Die schule habe am Dienstagnachmittag von einem geplanten Angriff erfahren. Die Eltern seien daraufhin gewarnt und die Bewachung der Highschool sei verschärft worden. (apa/red)