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,,Armutszeugnis" für 80.000 Euro

Heinz Sichrovsky über ,,Headhunter" für Salzburg

NEWS Kulturchef Heinz Sichrovsky © Bild: News Herrgott Ricardo

Das politisch besetzte Salzburger Festspielkuratorium beschäftigt für die Suche nach dem neuen Intendanten ein Personalberatungsbüro (unter Grenzalphabeten „Headhunter“ genannt): „Ein Armutszeugnis“, kommentierte Philharmoniker-Vorstand Hellsberg via NEWS. Landeshauptmann Haslauer beschwichtigte in der nämlichen Ausgabe: Die Firma Egon Zehnder solle doch bloß „die Bewerbungen sortieren, nach gewissen Kriterien analysieren und eine Art Ranking aufstellen, wer für das Hearing geeignet ist“.

Eine überschaubare Dienstleistung also, vergleichbar den Aufgaben eines Briefkastens mit erweiterter Funktion. Nun erfuhr NEWS, wie das berechnet wird: mit 80.000 Euro (1,2 Millionen Schilling nach alter Währung), zahlbar durch die Festspiele. Deren Führung erhob empörten Einspruch, auch im Angesicht eines sich möglicherweise anbahnenden Defizits, von dem wir jetzt wissen, wie es unter anderem zustande kommt. Fehlte nur noch, dass die hochpreisigen Kunst-Amateure nach Auffliegen ihres Honorars meinen, dieses abarbeiten und sich ernsthaft in die Nachfolgedebatte einmengen zu sollen.

Das muss dringlich verhindert werden. „An erster Stelle“, so Hellsberg, „sollte nämlich die Kunst stehen.“ Und für die ist Egon Zehnder gottlob noch immer unzuständig.

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