Kultur von

Zweimal dasselbe in Blau und Grün

Heinz Sichrovsky über die Kulturpolitik der Oppositionsparteien

NEWS-Kulturchef Heinz Sichrovsky © Bild: NEWS/Ricardo Herrgott

Meine vorwöchige Anmerkung zur zunehmenden Ununterscheidbarkeit blauer und grüner Kulturpolitik hat allerhand Anfragen nach sich gezogen. Ich präzisiere gern. Beide Fraktionen setzen oder fordern unter dem Vorwand der Demokratisierung von Kunst – ein Widersinn per sezensorische Maßnahmen. In Kärnten wurde maßgeblichen Künstlern und Kulturinstituten zwecks flächendeckenderer Förderung von Trachtenaufmärschen die Subvention gekürzt. Umverteilung zur qualitativ unbewertbaren „Basiskultur“ ist auch das Ziel der ideologisch elitefeindlichen Grünen.

Dabei machen mittlerweile auch sie sich an den „Steuerzahler“ heran, um seinen Neid gegen das zu mobilisieren, was die Rechtsradikalen „Staatskunst“ nennen, aber beide meinen. Die von beiden häufigst Belästigten – Elfriede Jelinek auf der einen, die Philharmoniker auf der anderen Seite – nehmen aber gar keine staatliche Unterstützung in Anspruch. Mittlerweile beiden Fraktionen eignet endlich das Faible für Privatjustiz: Da kampagnisierte der bundesgrüne Kultursprecher gegen den Direktor der Kunsthalle, bis der zurücktrat. Als die Staatsanwaltschaft sämtliche Beschuldigungen für gegenstandslos erkannt hatte, äußerte der Parlamentarier Denk- und Erinnerungswürdiges: Das sei ihm egal. Hauptsache, der Direktor wäre weg.

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